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Corona-Impfung in unserer Facharztpraxis - Erläuterungen und Formulare

(01.12.21) Bestmöglicher Schutz gegen COVID-19 für die besonders Gefährdeten - ohne Impfung ist er nicht zu haben. Inzwischen konnten wir gut 2000 Impfungen geben, und darauf sind wir als ganzes Team auch ein wenig stolz. Nachdem Anfang 2021 extrem genau auf die Reihenfolge geschaut werden musste, nachdem dann das  Medienwirrwarr um den Impfstoff der Firma AstraZeneca uns zwang, nur fürs Organisieren Stunde um Stunde mit verängstigten Patienten und Angehörigen zu telefonieren, nachdem im Frühherbst im Umfeld der Praxis nahezu niemand mehr ungeimpft war, erleben wir nun die Fragen um vierte Welle und Booster-Impfungen. Es wechseln die Vorgaben kurzfristig, wieder ist die Impfstoffversorgung unübersichtlich, wieder fehlt uns Planbarkeit. Dennoch ist die Linie einfach und klar: impfen, impfen, impfen!

Impfreihenfolge

Mit den strikter Priorisierung ("erst die hochaltrigen und Gefährdetsten") hatten wir begonnen. Inzwischen (auch erledigt) waren wir aufgefordert, den Kreis der Berechtigten zu erweitern und Betroffene einzuschließen, deren Krebserkrankung weniger als 5 Jahre zurückliegt. Dann kamen Angehörige Gefährdeter dazu. Und nachdem die Presse längst davon berichtet hatte, sind auch wir Mitte Juli auf zubereiteten Impfdosen sitzen geblieben. Verstörend! Längst geht es um die Auffrischungsimpfung vor allem der Älteren und Kränkeren ab Monat 5 nach der zweiten Impfung und wir versuchen, entlang der Sprechstunde zu impfen.

"Ich hätte gern .. "  Womit impfen wir?

Einige Monate lang konnten Sie an dieser Stelle hier langatmige Erklärungen lesen, warum wir kein "Wunschkonzert veranstalten" konnten, sondern in Zeiten der Knappheit stattdessen klaren Regeln zu folgen hatten, welche Impfstoffe wir zu verimpfen hatten. Das war im Übrigen richtig so, auch wenn die sachlich nicht berechtigten Vorbehalte gegenüber dem AstraZeneca-Produkt uns manchmal an den Rand gebracht haben.
Inzwischen geht es um die Auffrischungsimpfung. Wir erhalten ausschließlich zugelassene mRNA-Impfstoffe, die Produkte von Biontec und von Moderna = Comirnaty bzw. Spikevax. Unsere website hier hat nicht den Anspruch, jeden einzelnen Erkenntniswechsel mitzuschreiben. Unsere Patienten können aber sicher sein, dass wir uns immer im Rahmen von arzneirechtlicher Zulassung, Empfehlungen der Fachgesellschaften, Empfehlung der STIKO [ständige Impfkommission] und Berücksichtigung der individuellen Situation der Impflinge verhalten. 

Welche Erstimpfung für die über 60jährigen?

Alle Erstimpfungen sind durch - die Frage stellt sich im Grunde nicht mehr. Was wichtig bleibt: Das Nebenwirkungsprofil des AstraZeneca-Impfstoffs ist für diese Altersgruppe gut, und wer damit geimpft wurde, ist gut behandelt. Inzwischen (Ende 2021) werden nur noch mRNA-Impfstoffe zur Verfügung gestellt.

Jünger? Nutzen versus Risiko ist nicht für alle gleich

In der Gruppe von Frauen unter 55 Jahren ist nach Impfung mit dem Präparat Vaxzevria von AstraZeneca eine bestimmte Form von Blutgerinnselbildung unter Geimpften zwar immer noch selten, aber vergleichsweise so häufig gefunden worden, dass das Verhältnis von Nutzen der Impfung zum Risiko der durch die Impfung ausgelösten Erkrankung negativ beurteilt wird. Das gilt nicht für Männer und nicht für Frauen über 55: die profitieren auch von diesem Impfstoff. Daher darf nach Beratung und Aufklärung das Vaxzevria entsprechend seiner arzneirechtlichen Zulassung an Menschen unter 60J verimpft werden - inzwischen mit einer "heterologen" Zweitimpfung, also mittels einer mRNA-Vakzine (Moderna, Biontech). Es kann sogar sein, dass diese Kombination besonders wirksam ist.

Und was ist mit Kindern und Jugendlichen? Viele bei uns behandelte Patientinnen und Patienten werden trotz doppelter Impfungen damit rechnen müssen, schlechter geschützt zu sein, als Menschen, die nicht unter Chemotherapie stehen. Für so verletzliche Betroffene kann entscheidend werden, dass "um sie herum" alle Familienmitglieder geimpft sind. Neben solchen individuellen Gründen für die Impfung auch derjenigen, die im Erkrankungsfall selbst wenig Probleme fürchten müssten, kann es übergeordnete Gründe für die Impfung dieser Bevölkerungsgruppe geben - das sind Fragen staatlich zu regelnden Infektionsschutzes: ist vielleicht die Impfung von Kindern unverzichtbar, damit unser Gemeinwesen jemals die Pandemie unter Kontrolle bekommt? Sie merken: Wichtige Frage, aber weder von Hämatologen noch von Onkologen zu beantworten. Das müssen Andere entscheiden.

Fakten zu den Impfstoffen

Das Robert Koch Institut (RKI) fasst regelmäßig den sich weiter entwickelnden Stand der Erkenntnisse zu Impfstoffen zusammen. Lesenswerter Überblick:

zum Faktenblatt Vektorimpfstoff

zum Faktenblatt mRNA-Impfstoff

Wie bekommen unsere Patienten Impftermine? Was ist mit dritter Impfung?

Wir haben im April einige Tausend Datensätze unserer Patienten durchgearbeitet und in unserer elektronischen Patientenkartei die Patienten identifiziert, die wir zuerst impfen durften. Dann gab es und gibt noch stundenlanges Telefonieren. Fast alle haben wir längst eingeladen und erstgeimpft ... und inzwischen auch zweitgeimpft. Wenn Sie tatsächlich noch immer keinen Zweitimpfungstermin haben sollten, fragen Sie bitte unbedingt von sich aus nach!

Inzwischen verstehen die Virologen und Infektiologen das Coronavirus immer besser. Man muss davon ausgehen, dass das gesunde Immunsystem erst durch eine dritte Impfung, die auch nicht zu früh erfolgen soll, die beste mögliche Immunität erreicht. Das wird bedeuten: Booster für alle. Was durch die Presse ging, erleben Anfang Dezember 2021 auch wir: Wir könnten mehr verimpfen, als wir planbar mit Impfstoff versorgt werden. Konsequenz: Wir geben uns Mühe, die Gefährdetsten unserer Patienten mit einem gewissen Vorrang zu impfen.

In seltenen Einzelfällen mag es auch nützlich sein, durch einen Bluttest die Stärke einer Komponente des aktuellen Immunschutzes zu prüfen, nämlich die Menge neutralisierender Antikörper. Die sogenannte T-Zell-Immunität kann damit überhaupt nicht beurteilt werden. Wir können mit einem solchen Test herausfinden,

  • wer trotz Impfung keinen oder höchstens einen lückenhaften Schutz entwickelt hat (=dringend 3. Impfung, weiter allergrößte Vorsicht. Dass man das dann schwarz auf weiß hat, ist der wichtige Effekt des Tests!)
  • wer einen sehr guten Schutz hat (= braucht die 3. Impfung nicht ganz dringend, sollte aber nicht drauf verzichten - ist man dann wirklich klüger?)
  • und wer irgendwo dazwischen liegt (= oft bringt der Test leider nichts. Das sind die allermeisten Getesteten!)

Das ist keine Kassenleistung (die Laborleistung kostet weniger als zwanzig Euro), kann aber manchmal helfen, die eigene Situation klarer einzuschätzen. Wichtig: Meistens ist dieser Test unnötig, weil unser Rat aufgrund anderer Kriterien ohnehin klar ist. Sie können uns gern darauf ansprechen.

Wie Sie sich am besten zu Haus auf ihren Impftermin vorbereiten sollen

Damit wir in der Praxis einen geordneten Impfbetrieb mit allen erforderlichen Sicherheits- und auch Melde- und Dokumentationserfordernissen gewährleisten können, sollen Sie, wenn irgend möglich, vorher zu Haus die Papiere ausdrucken, lesen, weitestmöglich ausfüllen und mitbringen. Beachten Sie die Unterscheidung zwischen den Formularen für Vektorimpfstoff und denen für mRNA-Impfstoff. Was für Sie zutrifft, sollte vorher klar besprochen sein.

Das betrifft

  • Falls Sie keinen "gelben" Impfpass haben: Formular, auf dem wir die Impfung bescheinigen
    zur Impfbescheinigung

Was Sie mitbringen sollen zur ersten Impfung oder bei Wechsel des Impfstofftyps

Seien Sie bitte pünktlich. Bringen Sie für die Erstimpfung mit:

  • Aufklärungsbogen
  • Bogen für Krankengeschichte und Einwilligung
  • Formular, auf dem wir die Impfung bescheinigen - besser den internationalen (gelben) Impfpass. Es mag sein, dass er im internationalen Reisverkehr leichter anerkannt wird, als andere Bescheinigungen oder in Einrichtungen, die einen digitalen Impfausweis erstellen, lieber gesehen wird.
  • Kugelschreiber und ggf. Brille
  • Impfpass, wenn Sie einen besitzen (s.o.)
  • Versichertenkarte, wenn Sie gesetzlich versichert sind und im laufenden Quartal noch nicht bei uns waren (Stichtage 01. April 2021 bzw. 01. Juli 2021)

Was Sie mitbringen sollen zur zweiten Impfung

Seien Sie bitte pünktlich. Bringen Sie für die Zweitimpfung mit

  • Das Dokument, auf dem wir die Erstimpfung bescheinigt haben (Bescheinigung oder Impfausweis)
  • Versichertenkarte, wenn Sie gesetzlich versichert sind und im laufenden Quartal noch nicht bei uns waren

Wie läuft Ihr Impftermin bei uns ab?

Ersttermin:
Damit wir nicht in Bürokratie ersticken: Zu Haus die Papiere so weit wie möglich ausfüllen. Erster Check bei Ankunft ist dann auch, ob alles bearbeitet ist. Wenn nicht, geht es erstmal gar nicht weiter. Zweite Anlaufstelle: Empfangstresen der Praxis, Aufnahme der Personalien, Einlesen der Versicherteikarte. Dann: kurze, meist sehr kurze Wartephase, bis das nächste Impfzimmer frei wird. Die Impfteams (eine Ärztn / Arzt, eine medizinische Fachangestellte / Krankenpflegekraft) stehen dann für Fragen zur Verfügung, prüfen ein letztes Mal das Fehlen von Kontraindikationen, nehmen die Impfung vor, dokumentieren digital und im Impfpass, setzen das Ende der Wartezeit fest. Vorletzter Schritt: Einscannen der Papiere. Abwarten der Nachbeobachtungszeit (15 oder 30 min). Aushändigen der Papiere. Glückwunsch!

Zweittermin:
Zum Glück ist beim zweiten Termin weniger Bürokratie gefordert. Da können wir also etwas schneller sein. Was aber gleich bleibt: Einlesen der Chipkarte beim ersten Termin im Quartal, Dokumentation im Computer, Meldung an die Behörden durch uns, Stempel im Impfdokument, Abstand halten und Nachbeobachtungszeit.

Drittermin:
Wir impfen in der Regel ja mit einem Impfstoff, der dem Impfling bereits bekannt ist. Wir kommen daher mit weniger Papierkrieg aus. Was immer zu tun ist: Eintragung in Impfpass, auf Wunsch Ausstellung eines Zertifikats für digitale Impfnachweise, anonymisierte Meldung an die Behörden, Abrechnen der Arbeitsleistung. Und die Geimpften? Die Verträglichkeit ist gut. Selbstverständlich kann es Impfreaktionen geben, aber die halten sich im Rahmen dessen, was wir von Zweitimpfungen wissen.

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Weitere Informationen zum Coronavirus - worauf es für unsere Patienten ankommt - finden Sie hier.

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