HÄMATOLOGISCH ONKOLOGISCHER SCHWERPUNKT
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Corona-Impfung in unserer Facharztpraxis - Erläuterungen und Formulare

(14.04.21) Früher Schutz für die besonders Gefährdeten - in der Impfstrategie der Bundesregierung, der Länder und der Kassenärzte wurde das Ziel verfolgt, bestimmte Gruppen der Bevölkerung nicht erst mit ihrer jeweiligen Altersgruppe zusammen zu impfen. Daher erhielten z.B. Dialysepraxen und onkologische Praxen Impfstoff noch vor den Hausärzten. Endlich! Der Impfstart in unserer Praxis ist erfolgreich verlaufen, inzwischen ist die Mehrzahl unserer betroffenen Patientinnen und Patienten ein erstes Mal geimpft. Die Impfkampagne geht weiter - auch wenn ein korrekter Umgang mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und der Umgang mit Knappheit manchmal kompliziert sind. Nicht jeder Impfstoff ist für jeden richtig, nicht jeder Impfstoff ist verfügbar: Der Impfling kann nicht die Wahl haben. Mittelfristig wird das Impfen überwiegend Sache der Hausärzte werden.

Wer wird zuerst geimpft?

Wir als onkologische Facharztpraxis richten uns wie die Impfzentren nach der Impfverordnung. Dort heißt es vor allem: „Erkrankungen gemäß §3 Abs. 1 Ziffer 2 und 3 Corona-ImpfV (Prioritätsgruppe 2) … d) Personen mit behandlungsbedürftigen Krebserkrankungen“. Mit diesen Vorgaben haben wir begonnen. Inzwischen wurden wir aufgefordert, den Kreis der Berechtigten zu erweitern und Betroffene einzuschließen, deren Krebserkrankung weniger als 5 Jahre zurückliegt. Ebenfalls sind Patienten gemeint, die aufgrund vergleichbar schwerwiegender Gefährdungen geschützt werden müssen, auch wenn sie nicht an Erkrankungen leiden, die als bösartig gelten.

Womit impfen wir ... die über 60jährigen?

Wir erhalten für diese Altersgruppe den Impfstoffes der Firma Astra-Zeneca. Es handelt sich dabei um einen so genannten Vektor-Impfstoff. Grundsätzlich gilt: wir impfen gemäß jeweils aktueller Richtlinien. Wir können nicht beeinflussen, welchen Impfstoff man uns für wen zur Verfügung stellt. Uns ist klar, dass die Berichterstattung über diesen Impfstoff verunsichern musste - gerade Menschen über 65, für die anfangs die Zulassung mangels Daten nicht erteilt worden war. Die Fakten sprechen inzwischen aber gerade für diese Gruppe eine deutliche Sprache, und wir sind froh, dass es endlich weitergeht. Viele Millionen erfolgreich geimpfter Menschen in Groß-Britannien zeigen, dass es richtig so ist. Jüngere benötigen nach aktualisiertem Erkenntnisstand andere Impfstoffe. Dabei geht es um die so genannten mRNA-Impfstoffe. Am bekanntesten ist der von der Firma Biontec mit dem Produktnamen Comirnaty. Wichtig: Die Patienten haben kein Wahlrecht. Wer über 60 ist, den Impfstoff der Firma AstraZeneca vertragen würde, aber sich in den Kopf gesetzt hat, Biontech zu wollen, muss eben warten, bis der Lieblingsimpfstoff im Überfluss angeboten wird. Wir halten das nicht für klug. Impfen schützt. Jetzt!

Sicherheit? Auf die Altersgruppe kommt es an!

AstraZeneca-Impfstoff wenn Sie über 60 sind oder nicht? Wenn Wissenschaftler neue Erkenntnisse gewinnen, muss man  die Konsequenzen ziehen. So funktioniert Fortschritt. Im Moment gilt: In der Gruppe von Frauen unter 55 Jahren ist eine bestimmte Form von Blutgerinnselbildung unter Geimpften zwar immer noch selten, aber vergleichsweise so häufig gefunden worden, dass das Verhältnis von Nutzen der Impfung zum Risiko der durch die Impfung ausgelösten Erkrankung jetzt negativ beurteilt wird. Genau genommen scheint dies nicht für Männer zu gelten und nicht für Frauen über 55: die profitieren nach wie vor von der Impfung. Die Behörden haben daraufhin abends am 30.03.21 verfügt, für alle Deutschen unter 60 Jahren diesen Impfstoff nicht mehr anzuwenden. Damit sind nach wie vor die Deutschen Behörden vorsichtiger als viele andere Europäer: die EMA (European Medicines Agency) geht diese Einschränkung nicht mit. Dort wird u.a. berücksichtigt, dass auf der positiven Seite auch der Schutz vor "long COVID" gesehen werden muss, die Wahrscheinlichkeit, nicht mehr ansteckend zu sein, und die Verminderung des Risikos, dass sich Mutanten bilden. Diese Impfeffekte sind nicht verzichtbar. Wer sie ohne den Impfstoff von AstraZeneca erreichen will, muss genug andere Impfstoffe haben. Die hat Deutschland bisher definitiv nicht.

Und was ist mit anfänglicher Altersbeschränkung gegen die über 65 jährigen? Und mit Thrombosen? Wir sind nicht glücklich mit der nach unserer Meinung extrem ungeschickten Kommunikation vieler Beteiligter. Das lief in anderen Ländern Europas besser. Konkret: Es gibt keine Hinweise darauf, dass der Impfstoff "normale" Formen von Thrombosen begünstigt. Stattgehabte Thrombosen oder Einnahme von Blutverdünnern wegen Thrombose oder Embolie sind ausdrücklich kein Grund, andere Impfstoffe zu nehmen. Die aktuell erkannten Sicherheitsprobleme betreffen die allergrößte Zahl unserer Patienten nicht. Auch die COVID-19 Erkrankung selbst kann die in Rede stehenden so genannten (seltenen) Sinusvenenthrombosen machen, und auch nach Impfung mit dem mRNA-Impfstoff der Firmal  Biontec sind solche besonderen Thrombosen aufgetreten. Wir erwarten verlässlichere Statistiken dazu in näherer Zukunft. Was aber klar ist: Der Schutz überwiegt bei Weitem. Daher bleibt es bei der Empfehlung.

zum Faktenblatt AstraZeneca

Und wenn Sie jünger als 60 sind?

Man stellt uns in relativ kleinen Mengenden den für diese Patientengruppe zugelassenen mRNA-Impfstoff Comirnaty zur Verfügung - den bekanntesten aus der Gruppe von Impfstoffen, wie sie von den Firmen BionTec, Moderna und Curevac entwickelt werden. Hier sind die Mengen, die wir erhalten werden, vermutlich auch in den nächsten Wochen noch knapp. Es mag sein, dass einige unserer Patienten einen rascheren Zugang zum Impfstoff dadurch erhalten können, dass sie sich unter Vorlage eines Attests [gibts von uns!] einen Termin im Impfzentrum sichern - zumindest war das die Erfahrung der ersten Aprilwoche.

Und ist auch das sicher?

Die Firma BionTec hat sich einen guten Ruf erarbeitet. Ihr Impfstoff wurde in Deutschland entwickelt. Er wird hier hergestellt. Die Belieferung erfolgt zuverlässig. Die Zulassung ist ohne Altersbeschränkung für Erwachsene. Für Kinder fehlen ohnehin weltweit Daten, aber bei uns spielt das keine Rolle. Auch dieser Impfstoff ist nicht ohne Nebenwirkungen; es scheint so zu sein, dass sie sich genau andersherum verhalten, als bei den Vektor-Impfstoffen: Jüngere vertragen ihn besser. Auch hier gibt es eine lesenswerte Zusammenfassung:

zum Faktenblatt mRNA-Impfstoff

Wie bekommen unsere Patienten ihre Termine bei uns?

Wir haben in den letzten Tagen einige Tausend Datensätze unserer Patienten durchgearbeitet und in unserer elektronischen Patientenkartei die Patienten identifiziert, die wir zuerst impfen dürfen. Die meisten haben wir inzwischen benachrichtigt und eingeladen mit festem Termin. Nach Durcharbeiten der schriftlichen Informationen kurzes Aufklärungsgespräch, Einholen der Einwilligung, Impfung, Nachbeobachtung und Dokumentation erfolgen in der Praxis. Den Termin für die zweite Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff vergeben wir dann auch gleich - er wird etwa vierundachtzig Tage nach der Erstimpfung liegen.

Wenn wir uns nicht gemeldet haben, fragen Sie gern von sich aus nach! Bislang sind wir gehalten, vor allem Menschen mit Krebsbehandlung zu impfen, aber manche unserer Patienten sind mindestens genauso gefährdet, ohne Krebs zu haben.

Wie Sie sich am besten zu Haus auf ihren Impftermin vorbereiten sollen

Damit wir in der Praxis einen geordneten Impfbetrieb mit allen erforderlichen Sicherheits- und auch Melde- und Dokumentationserfordernissen gewährleisten können, sollen Sie, wenn irgend möglich, vorher zu Haus die Papiere ausdrucken, lesen, weitestmöglich ausfüllen und mitbringen. Beachten Sie die Unterscheidung zwischen den Formularen für Vektorimpfstoff und denen für mRNA-Impfstoff.

Das betrifft

Was Sie mitbringen sollen

Seien Sie bitte pünktlich. Bringen Sie mit:

  • Aufklärungsbogen
  • Bogen für Krankengeschichte und Einwilligung
  • Formular, auf dem wir die Impfung bescheinigen - besser den internationalen (gelben) Impfpass. Mag sein, dass er im internationalen Reisverkehr leichter anerkannt wird, als andere Bescheinigungen.
  • Kugelschreiber und ggf. Brille
  • Impfpass, wenn Sie einen besitzen
  • Versichertenkarte, wenn Sie gesetzlich versichert sind und im laufenden Quartal noch nicht bei uns waren (Stichtag 01. April 21)

 

Wie läuft Ihr Impftermin bei uns ab?

Damit wir nicht in Bürokratie ersticken: Zu Haus die Papiere so weit wie möglich ausfüllen. Erster Check bei Ankunft ist dann auch, ob alles bearbeitet ist. Wenn nicht, geht es erstmal gar nicht weiter. Zweite Anlaufstelle: Empfangstresen der Praxis, Aufnahme der Personalien, Einlesen der Versicherteikarte. Dann: kurze, meist sehr kurze Wartephase, bis das nächste Impfzimmer frei wird. Die Impfteams (eine Ärztn / Arzt, eine medizinische Fachangestellte / Krankenpflegekraft) stehen dann für Fragen zur Verfügung, prüfen ein letztes Mal das Fehlen von Kontraindikationen, nehmen die Impfung vor, dokumentieren digital und im Impfpass, setzen das Ende der Wartezeit fest. Vorletzter Schritt: Einscannen der Papiere. Abwarten der Nachbeobachtungszeit (15 oder 30 min). Aushändigen der Papiere. Glückwunsch!

Weitere Informationen zum Coronavirus - worauf es für unsere Patienten ankommt - finden Sie hier.

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