Dres. Müller-Hagen | Graefe | Winterberg | Kollegen

Wir impfen gegen COVID-19: Erläuterungen und Formulare

(04.05.22) Bestmöglicher Schutz gegen COVID19 - ohne Booster-Impfung ist er nicht zu haben. Inzwischen konnten wir über 3000 Impfungen geben, und darauf sind wir als ganzes Team auch ein wenig stolz. Es sind inzwischen die meisten der Gefährdeten doppelt geboostert und Fragen zu dem, was vielleicht nach Omikron-Variante und vierter Impfung kommt, rücken nach vorn. Die Impfstoffversorgung ist kein Problem mehr. Unübersichtlich bleibt die Verfügbarkeit schützender Medikamente, jetzt also: Therapien gegen das Virus. Wieder fehlt uns Planbarkeit. Dennoch ist die Linie einfach und klar: impfen, impfen, boostern und nochmal boostern!

Priorisierung spielt keine Rolle mehr beim Impfen

Mit den strikter Priorisierung ("erst die hochaltrigen und Gefährdetsten") hatten wir begonnen. Dann (auch erledigt) konnten wir allen Patienten ein Angebot machen, später durften Angehörige Gefährdeter Impfstoff erhalten. Und nachdem die Presse längst davon berichtet hatte, waren auch wir Mitte Juli 2021 erstmals auf zubereiteten Impfdosen sitzen geblieben. Verstörend! Längst geht es um die zweite Auffrischungsimpfung für Gefährdete. Neu ist im Frühjahr 2022 die "passive Impfung" mit Wirksamkeit auch gegen die Omikron-Variante für nicht impfbare Patienten.

"Ich hätte gern .. "  Womit impfen wir?

Einige Monate lang konnten Sie an dieser Stelle hier langatmige Erklärungen lesen, warum wir kein "Wunschkonzert veranstalten" konnten. In Zeiten der Knappheit gab es klaren Regeln, welche Impfstoffe wir zu verimpfen hatten. Richtig so - ist aber inzwischen unwichtig, denn es geht um die Auffrischungsimpfung. Wir erhalten (Mitte 2022) ausschließlich zugelassene mRNA-Impfstoffe, die Produkte von Biontec und von Moderna = Comirnaty bzw. Spikevax. Unsere website hier hat nicht den Anspruch, jeden einzelnen Erkenntniswechsel mitzuschreiben. Unsere Patienten können aber sicher sein, dass wir uns immer im Rahmen von arzneirechtlicher Zulassung, Empfehlungen der Fachgesellschaften, Empfehlung der STIKO [ständige Impfkommission] und Berücksichtigung der individuellen Situation der Impflinge verhalten. 

Welche Erstimpfung für die über 60jährigen?

(Mai 2022) Mehr oder weniger gilt: Alle Erstimpfungen sind erledigt. Wir verimpfen momentan nahezu ausschließlich Comirnaty (Biontec), weil es die breiteste Zulassung besitzt und den Praxen bevorzugt zur Verfüung gestellt wird.

Kinder? Nutzen versus Risiko ist nicht für alle gleich

Und was ist mit Kindern und Jugendlichen? Auch hier gilt: Diese Website ist nicht dazu da, engmaschig mitzuschreiben, wie sich die Forschungsergebnisse und Zulassungen von Impfstoffen für Jugendliche, Kinder und inzwischen vor allem Kleinkinder entwickeln. Klar ist: Die Kleinen würden in der Regel leichter erkranken, daher muss der Impfstoff sehr sehr sicher sein. Je jünger der Impfling, desto geringer ist der individuelle Nutzen aus der Impfung. Aber: Viele bei uns behandelte Patientinnen und Patienten werden trotz Boosterimpfungen damit rechnen müssen, nur unterdurchschnittlich geschützt worden zu sein. Für so verletzliche Betroffene kann entscheidend werden, dass "um sie herum" alle Familienmitglieder geimpft sind.

Neben solchen individuellen Gründen für die Impfung auch derjenigen, die im Erkrankungsfall selbst wenig Probleme fürchten müssten, kann es übergeordnete Gründe für die Impfung von Kindern geben: Ist vielleicht die Impfung von Kindern unverzichtbar, damit unser Gemeinwesen jemals die Pandemie unter Kontrolle bekommt? Komplizierter Sachverhalt, nicht von Hämatologen oder Onkologen zu beantworten.

Fakten zu den Impfstoffen

Das Robert Koch Institut (RKI) fasst regelmäßig den sich weiter entwickelnden Stand der Erkenntnisse zu Impfstoffen zusammen. Lesenswerter Überblick:

zum Faktenblatt Vektorimpfstoff

zum Faktenblatt mRNA-Impfstoff

Mai 2022: kein Mangel an Impfstoff - Was ist mit dritter und vierter Impfung?

Inzwischen verstehen die Virologen und Infektiologen das Coronavirus immer besser. Man muss davon ausgehen, dass das gesunde Immunsystem erst durch eine dritte Impfung, die auch nicht zu früh erfolgen soll, die beste mögliche Immunität erreicht. Insbesondere wird nur durch den Booster ein unvollkommener, aber äußerst nützlicher Schutz gegen die "immune-escape"-Variante Omikron erzielt, und die so genannte "T-Zell-Reifung" braucht ihre Zeit, einige Monate. Das bedeutet: Booster für alle - und inzwischen wissen wir, dass Gefährdete und Ältere einen zweiten Bosster, also die vierte Impfung gebrauchen können! Sprechen Sie uns an, wenn wir Sie noch nicht angesprochen haben! Wir werden eine Möglichkeit finden, Sie zeitnah zu boostern.

In seltenen Einzelfällen mag es nützlich sein, durch einen Bluttest die Stärke einer Komponente des aktuellen Immunschutzes zu prüfen, nämlich die Menge neutralisierender Antikörper. Die ebenfalls wichtige sogenannte T-Zell-Immunität kann damit überhaupt nicht beurteilt werden. Wir können mit einem solchen Test herausfinden,

  • wer trotz Impfung keinen oder höchstens einen lückenhaften Schutz entwickelt hat (=dringend 3. Impfung, weiter allergrößte Vorsicht. Dass man das dann schwarz auf weiß hat, ist der wichtige Effekt des Tests!)
  • wer einen sehr guten Schutz hat (= braucht die 3. Impfung nicht ganz dringend, sollte aber nicht drauf verzichten - ist man dann wirklich klüger?)
  • und wer irgendwo dazwischen liegt (= oft bringt der Test leider nichts. Das sind die allermeisten Getesteten!)

Das ist keine Kassenleistung (die Laborleistung kostet weniger als zwanzig Euro), kann aber manchmal helfen, die eigene Situation klarer einzuschätzen. Wichtig: Meistens ist dieser Test unnötig, weil unser Rat aufgrund anderer Kriterien ohnehin klar ist. Sie können uns gern darauf ansprechen.

Wie Sie sich am besten zu Haus auf ihren Impftermin vorbereiten sollen

Damit wir in der Praxis einen geordneten Impfbetrieb mit allen erforderlichen Sicherheits- und auch Melde- und Dokumentationserfordernissen gewährleisten können, sollen Sie, wenn irgend möglich, vorher zu Haus die Papiere ausdrucken, lesen, weitestmöglich ausfüllen und mitbringen. Beachten Sie die Unterscheidung zwischen den Formularen für Vektorimpfstoff und denen für mRNA-Impfstoff. Was für Sie zutrifft, sollte vorher klar besprochen sein.

Das betrifft

  • Falls Sie keinen "gelben" Impfpass haben: Formular, auf dem wir die Impfung bescheinigen
    zur Impfbescheinigung

Was Sie mitbringen sollen zur ersten Impfung oder bei Wechsel des Impfstofftyps

Seien Sie bitte pünktlich. Bringen Sie für die Erstimpfung mit:

  • Aufklärungsbogen
  • Bogen für Krankengeschichte und Einwilligung
  • Formular, auf dem wir die Impfung bescheinigen - besser den internationalen (gelben) Impfpass. Es mag sein, dass er im internationalen Reisverkehr leichter anerkannt wird, als andere Bescheinigungen oder in Einrichtungen, die einen digitalen Impfausweis erstellen, lieber gesehen wird.
  • Kugelschreiber und ggf. Brille
  • Impfpass, wenn Sie einen besitzen (s.o.)
  • Versichertenkarte, wenn Sie gesetzlich versichert sind und im laufenden Quartal noch nicht bei uns waren (Stichtage 01. April 2021 bzw. 01. Juli 2021)

Was Sie mitbringen sollen zur Folgeimpfung

Seien Sie bitte pünktlich. Bringen Sie für die Zweitimpfung mit

  • Das Dokument, auf dem wir die Erstimpfung bescheinigt haben (Bescheinigung oder Impfausweis)
  • Versichertenkarte, wenn Sie gesetzlich versichert sind und im laufenden Quartal noch nicht bei uns waren

Wie läuft Ihr Impftermin bei uns ab?

Ersttermin:
Damit wir nicht in Bürokratie ersticken: Zu Haus die Papiere so weit wie möglich ausfüllen. Erster Check bei Ankunft ist dann auch, ob alles bearbeitet ist. Wenn nicht, geht es erstmal gar nicht weiter. Zweite Anlaufstelle: Empfangstresen der Praxis, Aufnahme der Personalien, Einlesen der Versicherteikarte. Dann: kurze, meist sehr kurze Wartephase, bis das nächste Impfzimmer frei wird. Die Impfteams (eine Ärztn / Arzt, eine medizinische Fachangestellte / Krankenpflegekraft) stehen dann für Fragen zur Verfügung, prüfen ein letztes Mal das Fehlen von Kontraindikationen, nehmen die Impfung vor, dokumentieren digital und im Impfpass, setzen das Ende der Wartezeit fest. Vorletzter Schritt: Einscannen der Papiere. Abwarten der Nachbeobachtungszeit (15 oder 30 min). Aushändigen der Papiere. Glückwunsch!

Zweittermin:
Zum Glück ist beim zweiten Termin weniger Bürokratie gefordert. Da können wir also etwas schneller sein. Was aber gleich bleibt: Einlesen der Chipkarte beim ersten Termin im Quartal, Dokumentation im Computer, Meldung an die Behörden durch uns, Stempel im Impfdokument, Abstand halten und Nachbeobachtungszeit.

Drittermin:
Wir impfen in der Regel ja mit einem Impfstoff, der dem Impfling bereits bekannt ist. Wir kommen daher mit weniger Papierkrieg aus. Was immer zu tun ist: Eintragung in Impfpass, auf Wunsch Ausstellung eines Zertifikats für digitale Impfnachweise, anonymisierte Meldung an die Behörden, Abrechnen der Arbeitsleistung. Und die Geimpften? Die Verträglichkeit ist gut. Selbstverständlich kann es Impfreaktionen geben, aber die halten sich im Rahmen dessen, was wir von Zweitimpfungen wissen.

Das Impfbuch für alle: Über Coronaimpfungen und mehr

Das Impfbuch für alle

Informativ und gut zu lesen - Impfungen werden erklärt, gegen Corona und auch andere dadurch gut beherrschbare Erkrankungen. Wie geht Impfen? Was passiert im Körper? Wie erhalten wir Informationen über seltene Nebenwirkungen? Und vieles mehr. Es lohnt sich, reinzuschauen:

In weiteren Sprachen:

Weitere Informationen zum Coronavirus - worauf es für unsere Patienten ankommt - finden Sie hier.

Wir nutzen nur essenzielle Cookies auf unserer Website für die Speicherung der Session.