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Coronavirus - worauf es für unsere Patienten mit Krebs oder Leukämie ankommt

Zugangsregeln und was wir von Ihnen erwarten

(01.09.21) Unser Team ist auf die Herausforderungen gut eingestellt. Ihr Verständnis und Ihre Geduld, aber auch, dass Sie bitte schlicht so mitmachen, wie die Vorgaben sind, hilft uns allen. Worauf es ankommt, um diese zugleich lästige und unverändert gerade für manche unserer Patienten hochgefährliche Situation zu meistern:

1. Termine einhalten.
Bitte, kommen Sie weder zu spät, noch zu früh. Nur so können wir gewährleisten, dass die Anzahl an Menschen in unseren Räumen unserer Planung entspricht. Wenn Sie mit einem Krankentransport kommen, akzeptieren wir natürlich dessen Tourenplanung.

2. Die Regeln des Albertinen Krankenhauses:
Ab jetzt kommt nur noch "3G" (geimpft, genesen, getestet) ins Krankenhaus, auch zur ambulanten Versorgung. Das Albertinen lässt im Grundsatz keine Angehörigen zu.

3. Für die Patientinnen und Patienten unserer Praxis gilt:
Zugang nur durchs Krankenhaus (Haupteingang). 
Visitenkarte der Praxis oder Terminzettel bereithalten (zeigen, dass man erwartet wird)
Digitales Impfzertifikat oder Impfausweis mitbringen (3G nachweisen)
Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Empfangs am Eingang direkt sagen, wohin man möchte

4. Begleitpersonen? Möglichst nicht!
Jeder vermeidbare Kontakt zwischen Menschen muss unterbunden werden. Dazu zählt, dass Begleitungen möglichst sowohl das Krankenhausgebäude, als auch die Praxisräume gar nicht erst betreten. Das schützt die Verletzlichsten. Ausnahmen können verabredet werden, denn natürlich kann es Gespräche geben, zu denen Vertrauenspersonen unbedingt mitkommen sollen.

5. Die Anweisungen unseres Teams gelten!
Mehrfach täglich erleben wir, dass es auf unserem Flur unnötig voll zu werden droht. Die MitarbeiterInnen haben die Aufgabe, durch klare Anweisungen dafür zu sorgen, dass immer die Abstände eingehalten werden. Da kann auch mal die Bitte draus werden, Praxis und Krankenhaus zu verlassen und draußen zu warten. Wir möchten nicht unhöflich sein, aber wir haben dann keine Zeit zu diskutieren.

6. telefonisch regeln, was möglich ist
Wir bemühen uns, gezielter Dinge telefonisch zu regeln, für die Ihre Anwesenheit "vor Ort" nicht zwingend ist. Das ist oft ganz einfach. Aber manchmal merkt man doch, dass gerade in komplizierten Krankheitssituationen der virtuelle Kontakt nicht reicht - das klären wir im Einzelfall. Immer wird Voraussetzung fürs "nur telefonieren" sein, dass sich Patienten und Ärzte schon ein wenig kennen.

7. Keine Verschiebung von Behandlungen!
Krebs fragt nicht nach Ferien und auch nicht nach Lockdown. Extrem selten sind Behandlungen, die man wegen des Risikos einer Covid-19 - Infektion aufschiebt. Fast immer zeigt eine Gegenüberstellung von Risiken und Erfolgsaussichten, dass Therapien auch in der Pandemie sinnvoll sind, wenn man sie sonst auch gemacht hätte.

Auf einen Blick: Die Prinzipien

  • Möglichst wenig Kontakt = unnötige Termine vermeiden,
  • möglichst wenig Menschen auf einem Haufen, Aufenthalt so kurz wie möglich
  • Begleitpersonen nur in Ausnahmefällen
  • stehende Luft vermeiden - lüften so oft wie möglich
  • konsequentes Tragen einer Maske. Mund UND Nase bedecken!
  • Impfen, impfen, impfen - auch die Haushaltsangehörigen!

Sind alle unsere Patientinnen und Patienten "besonders gefährdet"?

Und wenn einen Corona nun doch erwischt - wird man schwerer krank, wenn man mit Krebs zu tun hat? Die gute Nachricht: Eine ganze Reihe unserer Patienten sind nicht wesentlich gefährdeter als Menschen ohne eine bösartige Erkrankung. Menschen, deren Krebs erfolgreich operiert wurde und nachbehandelt wurde, haben in der Nachsorge kein oder ein kaum erhöhtes Risiko, besonders schwer zu erkranken - um so günstiger, je länger die Behandlung zurückliegt.

Wer allerdings Behandlungen erhält, deren Nebenwirkung unter anderem darin besteht, dass Antikörper bildende Lymphzellen unterdrückt werden, hat es extrem schwer, SARS-CoV2 zu besiegen. Bei dem meisten Erkrankungen des Blut bildenden Systems haben Hämatologen weltweit in den letzten 18 Monaten die Erfahrung gemacht, dass Patienten, die ihre Behandlung hinausschieben, noch schwerer an COVID-19 erkranken als die, deren bösartige Erkrankung durch eine laufende hämatologische Behandlung einigermaßen im Griff ist.

Das kann vor allem bei manchen Leukämien ("Blutkrebs") und Lymphomen ("Lymphkrebs") ein Dilemma sein, wenn man noch nicht geimpft ist (inzwischen die Ausnahme, zum Glück): Nicht zu behandeln ist keine gute Idee, aber die Behandlung bleibt sehr riskant, weil untrennbar zu ihr gehört, dass die Zellen geschädigt werden, die die Immunität bewerkstelligen. Impfen während der Behandlung funktioniert daher nicht. Wir überlegen dann, mit solchen Behandlungen so lange zu warten, bis ein Impfschutz erreicht wurde, also sofort zu impfen, um danach möglichst rasch mit der Therapie beginnen zu können. Haushaltsangehörige sollten unbedingt geimpft sein in solchen Fällen. Hier kann es besonders gute Gründe geben, auch Kinder zu impfen!

Impfen, impfen, impfen!

Ab März 2021 erhielten wir Impfstoff, wurden endlich handlungsfähig und konnten konkret etwas gegen die Verbreitung des Erregers tun und unsere Patienten besser schützen. Inzwischen (September 2021) sind gut zweitausend Impfungen erfolgt, sind viele Spätnachmittage oder Samstage allein der Impfkampagne vorbehalten gewesen - und insgesamt sind wir ein gut organisiertes Team, das impferfahren ist, und auch ein wenig stolz auf Geleistetes. Wir haben viele schöne Momente erlebt, weil wir vielen Patienten die Angst nehmen konnten, schwer zu erkranken. Inzwischen sind nahezu alle unserer Patienten doppelt geimpft.

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