HÄMATOLOGISCH ONKOLOGISCHER SCHWERPUNKT
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Coronavirus - worauf es für unsere Patienten mit Krebs oder Leukämie ankommt

Was wir von Ihnen erwarten

(17.04.21) Unser Team ist auf die Herausforderungen gut eingestellt. Ihr Verständnis und Ihre Geduld, aber auch, dass Sie bitte schlicht unseren Anweisungen Folge leisten, hilft uns allen, diese zugleich lästige und unverändert hochgefährliche Situation zu meistern. Worauf es ankommt:

1. Termine einhalten.
Bitte, kommen Sie weder zu spät, noch zu früh. Nur so können wir gewährleisten, dass die Anzahl an Menschen in unseren Räumen unserer Planung entspricht. Wenn Sie mit einem Krankentransport kommen, akzeptieren wir natürlich dessen Tourenplanung.

2. Zugang nur durchs Krankenhaus und nur mit FFP-2 Maske
Das Albertinen-Krankenhaus hat seine Pforten für Besucher geschlossen. Sie können nur noch durch den Haupteingang des Albertinen-Krankenhausese in unsere Praxis gelangen.
Im gesamten Krankenhaus gilt die Pflicht, eine FFP-2 Maske zu tragen. Wer zu uns will, befolgt diese Regeln.

3. Möglichst keine Begleitpersonen
Jeder vermeidbare Kontakt zwischen Menschen muss unterbunden werden. Dazu zählt, dass Begleitungen möglichst sowohl das Krankenhausgebäude, als auch die Praxisräume gar nicht erst betreten. Das schützt die Verletzlichsten. Ausnahmen können verabredet werden - wir wissen natürlich, dass es Gespräche gibt, zu denen Vertrauenspersonen unbedingt mitkommen sollen. Rechnen Sie aber grundsätzlich erst einmal damit, dass Angehörige das Krankenhaus nicht betreten dürfen.

4. Die Anweisungen unseres Teams gelten!
Mehrfach täglich erleben wir, dass es auf unserem Flur unnötig voll zu werden droht. Die MitarbeiterInnen haben die Aufgabe, durch klare Anweisungen dafür zu sorgen, dass immer die Abstände eingehalten werden. Da kann auch mal die Bitte an Begleitpersonen draus werden, Praxis und Krankenhaus zu verlassen und draußen zu warten. Wir möchten nicht unhöflich sein, aber wir haben dann keine Zeit zu diskutieren.

5. telefonisch regeln, was möglich ist
Wir bemühen uns, gezielter Dinge telefonisch zu regeln, für die Ihre Anwesenheit "vor Ort" nicht zwingend ist. Das ist oft ganz einfach. Aber manchmal merkt man doch, dass gerade in komplizierten Krankheitssituationen der virtuelle Kontakt nicht reicht - das klären wir im Einzelfall. Immer wird Voraussetzung fürs "nur telefonieren" sein, dass sich Patienten und Ärzte schon ein wenig kennen.

6. Verschiebung von Behandlungen?
Krebs fragt nicht nach Ferien und auch nicht nach Lockdown. Daher würden nicht wenige Termine nur unter Inkaufnahme von gesundheitlichen Nachteilen zu verschieben sein. Sehr wohl gibt es aber auch Anlässe zu uns zu kommen, die man ohne großen Schaden aufschieben kann. Darüber wollen wir mit Ihnen sprechen und Sie sollten gerne danach fragen. Vor allem gilt das für Nachsorgetermine und für Kontrollen in sehr stabilen Krankheitssituationen.

Auf einen Blick: Die Prinzipien

  • Möglichst wenig Kontakt = unnötige Termine vermeiden,
  • möglichst wenig Menschen auf einem Haufen,
  • Begleitpersonen nur in Ausnahmefällen
  • möglichst viel Abstand,
  • stehende Luft vermeiden - lüften so oft wie möglich
  • Aufenthaltsdauer nicht länger als nötig
  • und konsequentes Tragen einer FFP2-Maske. Mund UND Nase bedecken!
  • Händehygiene gewährleisten
  • Impfen, wer eine Chance dazu hat

Vernunft walten lassen im Alltag

Wir möchten nach wie vor alle Patienten und vor allem ihre Angehörigen ermutigen, sich die offizielle "Corona Warn-App" herunterzuladen und zu nutzen. Ihre datenschutzrechtliche Unbedenklichkeit ist mehr als gewährleistet; sie wird sogar von besonders kritischen Datenschützern empfohlen. Sie kann helfen, Corona-Ausbrüche zu erkennen und einzugrenzen. So dient sie dem Schutz aller und ist zwar sicher nur ein kleiner, aber immerhin einer der Bausteine, mit denen wir alle gemeinsam Risiken mindern. Was sie nicht kann: Vernunft ersetzen. Wir wissen inzwischen recht gut, dass Kontaktvermeidung die meiste Sicherheit bietet und der wichtigste Baustein zum Eigenschutz ist. Auch wenn die offiziellen Anweisungen bestimmte Dinge erlauben oder gar nicht regeln - je geringer an Häufigkeit, je kürzerdauernd, mit je mehr Abstand, mit je weniger unterschiedlichen Menschen und je konsequenter FFP2 tragend die direkten Kontakte gestaltet werden, desto sicherer ist man. Das gilt - auch wenn die Lebenswirklichkeit dies nicht immer anzuwenden erlaubt.

Bevorzugung beim Impfen?

Eine generelle Erklärung zur Einleitung: Impfstoff ist bis auf Weiteres knapp. Die Impfungenwerden, auch wenn dies in der öffentlichen Diskussion nicht immer durchkommt, nicht zuerst nach individueller Gefährdung zugeteilt. Die nationale Impfkampagne hat obendrüber ein anderes Ziel: "wie können wir den Impfstoff so einsetzen, dass die Gesellschaft möglichst bald wieder normaler funktionieren kann, indem der Druck auf das Gesundheitssystem gesenkt wird?" Hinter der Entscheidung, nach Altersgruppen vorzugehen, stehen Modellrechnungen, die gezeigt haben, dass man vergleichsweise wenig hochaltrige und alte Menschen impfen muss, um ziemlich viele Krankenhausbehandlungen vermeiden zu können. Man hat darüber hinaus erkannt, dass durch erkrankte Pflegekräfte und Ärzte Krankenhäuser lahmgelegt werden können, so dass die Bevorzugung dieser Gruppe dem Gesamtziel geschuldet ist. Hämatologisch-onkologische Teams werden geipmpft, weil hier gezielt verhindert werden soll, dass symptomlose Infizierte (jüngere "Spreader") konzentriert auf viele Hochgefährdete treffen. Die Behörden bestreiten nicht, dass es viele Einzelne geben wird, die für sich gesehen ein höheres Sterberisiko als - beispielhaft genommen - fitte 85 Jährige haben. Sie erläutern aber, dass es schwer ist, diese alle zu identifizieren, und dass der Effekt der Entlastung des Systems vergleichsweise gering ist. Der Gesichtspunkt der Schutzbedürftigkeit Einzelner fließt insgesamt doch noch in die Priorisierung ein: Krebskranke werden im Grundsatz mit den 60-70 Jährigen geimpft, auch wenn sie jünger sind. Im Februar 2021 neu in die Impfverordnung aufgenommen wurde die Möglichkeit der Einzelfallprüfung. Wie die Behörden (in Hamburg die Sozialbehörde) das konkret umsetzt, werden wir abwarten müssen.

Wo Sie nachlesen können

Die Priorisierung ändert sich häufig - daher erscheint hier auch kein Link auf eine dann doch wieder veraltete Seite. Zum Zeitpunkt des letzten update dieses Textes hier ist maßgeblich die Impfverordnung Verordnung in ihrer Fassung vom 10. März, veröffentlicht am 11. März 2021. Es handelt sich um die vom Bundesministerium für Gesundheit erlassene

"Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Impfverordnung - CoronaImpfV)".

Gegenüber der Vorversion nur einen Monat zuvor hat man interessanterweise den Paragraph 3, Absatz (2), Satz 2., Buchstabe d viel schärfer gefasst: Jetzt geht es ausdrücklich um solche Menschen mit einer "Krebserkrankung" (sicherlich mit gemeint sind bösartige Erkrankungen des Blutes), die "behandlungsbedürftig" sind. Hierin spiegelt sich wieder, dass NACH einer Behandlung vermutlich die Gefährdung bald wieder abnimmt.

Sind alle unsere Patientinnen und Patienten "besonders gefährdet"?

Und wenn einen Corona nun doch erwischt - wird man schwerer krank, wenn man mit Krebs zu tun hat? Die gute Nachricht: Eine ganze Reihe unserer Patienten sind nicht wesentlich gefährdeter als Menschen ohne eine bösartige Erkrankung. Menschen, deren Krebs erfolgreich operiert wurde und nachbehandelt, haben in der Nachsorge kein oder ein kaum erhöhtes Risiko, besonders schwer zu erkranken - um so günstiger, je länger die Behandlung zurückliegt. Wer allerdings Behandlungen erhält, deren Nebenwirkung unter anderem darin besteht, dass Antikörper bildende Lymphzellen unterdrückt werden, hat es extrem schwer, SARS-CoV2 zu besiegen. Bei dem meisten Erkrankungen des Blut bildenden Systems (hier sprechen wir ja nicht von Krebs) haben Hämatologen weltweit in den letzten 12 Monaten die Erfahrung gemacht, dass Patienten, die ihre Behandlung hinausschieben, noch schwerer an COVID-19 erkranken als die, deren bösartige Erkrankung durch eine laufende hämatologische Behandlung einigermaßen im Griff ist. Das kann vor allem bei manchen Leukämien ("Blutkrebs") und Lymphomen ("Lymphkrebs") ein Dilemma sein: Nicht zu behandeln ist keine gute Idee, aber die Behandlung bleibt sehr riskant. Impfen während der Behandlung funktioniert nicht. Aus Sicht der Betroffenen erscheint geboten, mit der Antikörperbehandlung zu warten, aber sofort zu impfen, um danach möglichst rasch mit der Therapie beginnen zu können. Vielleicht würde sogar die individuelle Logik dafür sprechen, junge gesunde Haushaltsangehörige (die eigentlich noch lange nicht dran sind) zu impfen, um einen nicht impfbaren Patienten zu schützen. Man kann eine ganze Reihe solcher Konstellationen überlegen. Wir in der Praxis entscheiden in Fragen zur Priorisierung beim Impfen nichts - höchstens können wir im begründeten Einzelfall Informationen beisteuern, die den Entscheidern ein faires Handeln erleichtern.

Impfen in unserer Praxis! Endlich.

(19.03.2021) Endlich! Mit Benachrichtigung der kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, dass ab 12. Kalenderwoche - das ist ab 22. März - Impfstoff (Astra-Zeneca) bereitgestellt werden soll, brechen neue Zeiten an. Wir können endlich etwas tun gegen die Pandemie. Wir haben erstmals eine Chance, unsere am meisten gefährdeten Patienten besser zu schützen. Es wird ein bereits bewährter, vielmillionenfach verimpfter Impfstoff zur Verfügung gestellt, dem wiederholt ein günstiges Risiko-Nutzen-Profil bescheinigt wurde - für die Gruppe der Menschen, denen er jetzt auch angeboten wird. So am Ende auch von deutschen Bürokraten bescheinigt.

Wir kennen noch keine Zahlen, können noch nicht sagen, wie viele Impfdosen zur Verfügung stehen werden. Wir alle konnten in den letzten Wochen in der Presse allerlei Wirrungen verfolgen - große Aufregung über Vordrängler genauso wie die Forderung, lieber eine Dosis wegzuschmeißen, als jemanden zu impfen, der oder die noch nicht regelkonform dran war. Was also ist unser Plan? Wir rechnen damit, dass wir ganz zu Anfang weniger Impfdosen haben werden als Berechtigte und Impfwillige. Wir gehen unsere Patientenkartei durch und versuchen auch hier, die am meisten Gefährdeten als erste einzuladen. Sie sollten wissen, dass wir nicht entscheiden, welcher Impfstoff geliefert wird. Wir dürfen zwar etwas flexibler agieren, aber klar ist auch: Maßstab dafür, wem wir unter Bedingungen der Impfstoffknappheit die Impfung in welcher Reihenfolge anbieten, sind vorrangig die Impfverordnung und daneben die Empfehlungen und Erläuterungen der ständigen Impfkommission.

Geplant ist, dass wir Sie anrufen. Wir planen zunächst kleine Impfkampagnen außerhalb von regulärer Sprechstundenzeit und Therapiebetrieb. Wir wünschen uns, dass die Sache möglichst fix geht. Wichtig wird daher sein, dass der Papierkram weitestmöglich vorher erledigt ist. Dafür haben wir die nötigen Dokumente zum download bereitgestellt.

-> Hier geht es zu den Details

 

 

 

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