HÄMATOLOGISCH ONKOLOGISCHER SCHWERPUNKT
Dres. Müller-Hagen | Bertram | Graefe | Kollegen

Fangprämien - nicht bei uns.

Wissen Sie, warum Ihr Arzt rät, in welches Krankenhaus Sie gehen sollen? Sind Sie sicher, dass er das nicht vielleicht nur macht, weil er daran verdient? Das Gift des Misstrauens ist in der Welt.

Der Vorwurf

Viele Krankenhäuser würden niedergelassene Ärzte bestechen, indem sie ihnen unter fadenscheinigen Begründungen viel Geld dafür zahlen, dass diese die Patienten ins zahlende Krankenhaus schicken. Es würden dann durch den Einweiser Leistungen erbracht, für die das Krankenhaus abrechnet, so dass es dem Einweiser Geld weitergäbe, aber zu viel. Dies käme dann einer Bestechung gleich.

Die Fakten ..

.. kennen wir natürlich nicht. Aber eines ist ziemlich offensichtlich: Selbstverständlich gibt es in manchen Bereichen höchst vernünftige Zusammenarbeit zwischen Kliniken und niedergelassenen Ärzten. Arbeitsteilung erfordert dann natürlich auch, dass Vergütungen geklärt werden. Und wenn niedergelassene Ärzte Leistungen erbringen, die zum Umfang stationär bezahlter Behandlungen gehören (Vor- oder Nachuntersuchungen, für die das Krankenhaus abrechnet), dann ist es völlig normal, wenn sie an ihren Lohn kommen wollen. Wie wir hören, gibt es hierzu eine Vielzahl von Verträgen, die auch von der Ärztekammer und oder von der Kassenärztlichen Vereinigung geprüft worden sind und für völlig in Ordnung befunden. Das ist wichtig, sich klar zu machen.

Wir haben gar keine solchen Verträge mit Krankenhäusern.

Die Gemeinheit

Der vom Bundesgesundheitsministerium über die letzten Jahre geförderte und geforderte Trend ist genau der, der jetzt scheinheilig angeprangert wird: Medizin soll ein Wirtschaftsfeld werden, in dem Konkurrenz und Wirtschaftlichkeitsdruck angeblich dazu führen müssen, dass alles immer effektiver und besser wird. Wenn aber "Marktteilnehmer" sich so verhalten, wie im wirklichen Wirtschaftsleben, ist es plötzlich auch wieder falsch. Natürlich muss man damit rechnen, dass Betriebe mit legalen Mitteln wie mit Verträgen versuchen, sich abzusichern. Natürlich kann es vorkommen, dass nach geltender Gebührenordnung (!) über solche Verträge bezahlte Summen größer sind, als die in einigen Bereichen schändlich niedrigen Pauschalen in der Kassenabrechnung. Dies dann aber denen vorzuwerfen, die sich marktgerecht verhalten und sich wirtschaftliche Vorteile sichern, ist in hohem Maße heuchlerisch!

Dazu ein Statement

Was kann der Weg sein? Nicht mitmachen. Ansonsten ist aber Transparenz das Minimum. Am besten wäre sicherlich, Patienten würden überhaupt nicht erst in eine Situation gebracht, in der sie nicht mehr sicher sein können, ob ihr Doktor ihnen einen Rat nur gibt, weil er daran verdient, aber nicht, weil es einfach der beste Rat ist. Wenn Sie ein politisch denkender Bürger sind, sollten Sie die Strukturveränderungen im Gesundheitswesen besonders an dieser Leitfrage prüfen.

Insbesondere wirtschaftsorientierte Gesundheitspolitik betrachtet Heilkunst wie ein Wirtschaftsgut und Patienten wie Kunden. Leider begreifen auch viele Ärzte nicht, dass die Behandlung Kranker anders laufen muss als der Verkauf von Würstchen oder die Müllabfuhr. Wenn Patienten bei jedem Rat ihres Arztes fürchten müssen, dass er vielleicht nur der zweitbeste für sie, aber der beste für den Arzt ist, dann hätten Ärzte eine ihrer Berufsgrundlagen der Gier geopfert: Vertrauen. Dabei handelt es sich aber keineswegs nur um die Frage nach der Moral des einzelnen Doktors. Vielmehr ist es eine Systemfrage. Aber erklären Sie einen solchen Konflikt mal Politikern, die a priori der Überzeugung verfangen sind, die Kräfte der Marktwirtschaft würden alles richten ...

Wie wir es machen.

Ganz einfach. Wir haben keine solchen Vereinbarungen über Leistungserbringungen für das Krankenhaus. Klar ist aber auch: Wir arbeiten in engster Kooperation mit dem Albertinen-Krankenhaus, für dessen medizinisch-onkologische Qualität wir selbst eine Verantwortung mit tragen. Viele Patienten, die wir in der Praxis weiterbehandeln, waren zuvor dort, wurden im Einverständnis mit ihren Hausärzten zu uns empfohlen, sind zufrieden und gehen selbstverständlich davon aus, dass wir sie wieder dahin schicken, wenn es sein muss. Wir sehen aber auch Patienten, die vorher in anderen Krankenhäusern waren. Dort gilt dasselbe: Immer erstmal dahin zurück, wo sie herkamen. Sich als Praxis prinzipiell so zu verhalten ist überlebenswichtig und selbstverständlich.

Weitere Gesichtspunkte: Nicht alle Kliniken können alle Leistungen erbringen. Das schränkt manchmal die Wahl ein. Beispiele: Knochenmarktransplantation, Therapie akuter Leukämien, stationäre Strahlentherapie, Neurochirurgie, Rheumatologie.. Wir beraten entsprechend. Und: Patientenwünsche entscheiden.

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