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Der Hodenkrebs - Das Hodenkarzinom

Krebs, der vom Hodengewebe ausgeht: Das Hodenkarzinom

Vor allem junge Männer zwischen 20 und 40 Jahren können vom Hodenkrebs betroffen sein. Obwohl der Hodenkrebs eine vergleichsweise seltene Tumorerkrankung ist, stellt sie in dieser männlichen Altersgruppe die häufigste Krebserkrankung dar.

Im Durchschnitt erkranken acht bis zehn von 100.000 Männern an Hodenkrebs. Von rund 4000 Betroffenen sterben 150. Als größter Risikofaktor für den Hodenkrebs wird ein Hodenhochstand genannt – das ist, wenn in der Entwicklung die Hoden nicht im Hodensack ankommen, sondern auf Höhe der Leisten quasi hängen bleiben.

Symptome des Hodenkrebses

Der Hodenkrebs kann an einer Größenzunahme des Hodens erkannt werden, es bilden sich schmerzlose meist im Vergleich zum gesunden Hodengewebe härtere Knoten, die Mann tasten kann.
Vereinfacht: Diese Erkrankung ist gut erkennbar. Achtsamkeit hilft. Und: Dicke Hoden sind nicht gut.

Seminome und Nichtseminome

Wichtig ist eine Unterscheidung von Untertypen von Hodenkrebs: die in sogenannte Seminome und eine Gruppe unterschiedlicher, in der Regel aggressiverer Tumore, die man der Einfachheit halber als Nicht-Seminome zusammenfasst. Diese Unterscheidung erfolgt mit Blick auf die nötige Härte der Therapie: Nichtseminome muss man als gefährlicher bezeichnen und sie werden intensiver behandeln.

Operative Behandlungen und Chemotherapie

Im Grundsatz ist die Therapie operativ und sie besteht aus der Entfernung des befallenen Hodens, häufig auch einer Überprüfung des anderen Hodens auf das Vorliegen von Krebsvorstufen.

Grundsätzlich können allerdings bösartige Zellen mit der Lymphflüssigkeit aus dem Hoden zunächst in die Lymphknoten des Unterleibs, aber auch mit dem Blutstrom in andere Organe streuen. Insofern wird wie bei allen Krebstherapien die endgültige Behandlungsstrategie individuell je nach Ausbreitung festzulegen sein.

Gerade beim Seminom im frühen Stadium ist die Entscheidung manchmal nicht leicht, weil es unterschiedliche Herangehensweisen gibt nach der OP des Hodens: ergänzende Bestrahlung, ergänzende Chemotherapie, oder Beobachtung und Entscheidung zum Behandeln erst wenn der Rückfall wirklich da ist – das sind nicht immer einfache Wahlmöglichkeiten.

Nicht selten wird, gerade beim Nichtseminom, eine ergänzende Chemotherapie zur Sicherheit empfohlen. Aber auch im metastasierten Stadium kann Chemotherapie bei Hodenkrebs Heilung erreichen – das unterscheidet diese Gruppe von Krebskrankheiten von dem meisten anderen Krebsarten. Weltbekanntes Beispiel dafür, wie leistungsfähig Menschen auch nach harten Therapien metastasierter Hodenkrebse wieder werden können, ist der Rennradfahrer Lance Armstrong.

Der Erhalt der Zeugungsfähigkeit ist ganz klar ein wichtiges Thema, weil nicht wenige der betroffenen Männer ihre Familienplanung noch nicht abgeschlossen haben. Zum Glück lassen sich heutzutage Spermien konservieren.

Angebote unserer Praxis für Patienten mit Hodenkrebs

In der Regel werden die detaillierte Diagnostik und die Operation mit dem Ziel der Heilung im Krankenhaus durchgeführt. Darum kümmern sich die Urologen. Wenn intensive Chemotherapien Bestandteil des Behandlungskonzeptes sind (sogenanntes PEB-Schema oder PEI-Schema), dann soll man das auch stationär machen. Allerdings kann es sein, dass in der komplizierten Abfolge aus Chemotherapie-Gaben Teilschritte sehr gut ambulant gegeben werden können. Dann springen wir gerne ein.

 

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