HÄMATOLOGISCH ONKOLOGISCHER SCHWERPUNKT
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Gebärmutterhalskrebs - Cervixkarzinom

Bei Gebärmutterhalskrebs kommt es zu bösartigen Veränderungen im Gebärmutterhalsgewebe, typischerweise am Muttermund. Dieser Bereich zwischen dem Gebärmutterhalskanal und der äußeren Schleimhaut ist extrem empfindlich. Fast immer ist es eine Virusinfektion, die eine chronische Reizung verursacht, die schlussendlich Zellen bösartig werden lässt.

Ursächlich sind verschiedene Viren, die als HPV abgekürzt werden. HPV steht für „humane Papilloma Viren“ – hier geht es grob gesagt um durch Geschlechtsverkehr übertragbare Viren, die normalerweise verschiedene Formen von Warzen verursachen, die aber auch (bei ca. 1% der Infizierten) nach über 10 Jahren zu krebsiger Entartung führen können und damit ein definiertes erhöhtes Krebsrisiko bedeuten. Wichtig dabei: gegen die häufigsten und gefährlichsten dieser Viren kann heutzutage geimpft werden. Impfung ersetzt gleichwohl nicht die Früherkennungsuntersuchungen.

Impfung gegen Krebs funktioniert zwar nicht immer, aber die Impfung gegen HPV hat erstmalig eine reale Chance eröffnet, die Häufigkeit von Cervixkarzinomen massiv zu senken. Weltweit sind erste Erfolge zu erkennen. Wir meinen: jedes Mädchen sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr geimpft werden (eigentlich auch die Jungs als potentielle Überträger – aber soweit sind wir in Deutschland noch nicht, als dieser Text geschrieben wird)

Gebärmutterhalskrebs – Symptome und Früherkennung

Ein beginnendes Cervixkarzinom verursacht noch keine speziellen Beschwerden. In einem fortgeschrittenen Stadium kann es jedoch zu Ausfluss, Schmierblutungen oder verstärkten Schmerzen kommen. Schon junge Frauen können vom Gebärmutterhalskrebs betroffen sein, daher ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung sinnvoll. Die gynäkologische Früherkennung wird bereits für Frauen ab 19 angeboten und erfolgt einmal jährlich. Veränderungen am Scheideneingang und am Muttermund weisen möglicherweise auf ein Karzinom hin. Für die Diagnose nimmt der Gynäkologe einen Abstrich und führt den sogenannten Pap-Test durch.

Bei nur geringen Zellveränderungen wird oft erst abgewartet, ob sich diese ohne Behandlung zurückbilden. In dieser Phase finden entsprechende Kontrolluntersuchungen statt.

Behandlungsmethoden bei Gebärmutterhalskrebs

Für die Behandlung eines Cervixkarzinoms gibt es mehrere Möglichkeiten: verschiedene Formen von Operationen oder von Vornherein der Verzicht auf eine OP zugunsten einer Strahlentherapie, letztere oft kombiniert mit einer Chemotherapie.

Wenn der Krebs schon früh erkannt wurde, hat die Operation besonders gute Chancen. Der Arzt entfernt dabei das befallene Gewebe und die betroffenen Lymphknoten. Bei der Operation wird gleichzeitig festgestellt, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat. Je nachdem, wie weit die Krebserkrankung fortgeschritten ist, kann die OP etwas umfangreicher ausfallen.

Ein Sonderfall einer schonenden Therapie im Frühstadium mit Erhalt der Gebärmutter ist die sogenannte Konisation; hier wird das befallene Gewebe kegelförmig herausgeschnitten. Ein stärkerer Befall wird durch eine teilweise Entfernung der Gebärmutter (Trachelektomie) entfernt. Wenn sich der Tumor schon ausgebreitet hat, muss die Gebärmutter komplett entfernt werden: Die radikale Hysterektomie macht eine spätere Schwangerschaft unmöglich.

Vor allem wenn der Krebs weit fortgeschritten ist und eine OP nicht mehr sicher im Gesunden erfolgen würde, ist ein anderes Vorgehen überlegen: Es wird das Karzinom nicht durch eine Operation entfernt, sondern mit einer kombinierten Chemo- und Strahlentherapie behandelt.

Angebote unserer Praxis für Patientinnen mit Cervixkarzinom

In der Regel werden die Diagnostik und operative Therapie im Krankenhaus durchgeführt. Die interdisziplinäre onkologische Konferenz („Tumorboard“), an der wir auch teilnehmen, klärt weitere Empfehlungen für die Krebsbehandlung.
Aber auch der Verzicht auf eine OP kommt vor und eine Strahlenchemotherapie ist durchzuführen. Das geht meist ambulant und wir kümmern uns gern um die meist einmal pro Woche zu gebenden Infusionen.

Liegen Metastasen vor oder soll man aus anderen Gründen nicht operieren, können medikamentöse Therapien helfen Zeit zu gewinnen und Symptome zu bessern. Das können wir fast immer ambulant anbieten. Wir begleiten unsere Patienten auch, wenn die Behandlung von Schmerzen oder anderen durch den Krebs verursachten Symptomen das Ziel ist.

 

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