HÄMATOLOGISCH ONKOLOGISCHER SCHWERPUNKT
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Brustkrebs - Mammakarzinom

Mammakarzinom - bei Frauen häufige, bei Männern seltene Krebsart

Die Mamma ist die (weibliche) Brustdrüse und das Mammakarzinom bei Frauen die häufigste Krebsart. Doch auch Männer haben Brustdrüsengewebe. Daher können auch sie dort Krebs entwickeln. Allerdings kommt das nur sehr selten vor: < 1 erkrankter Mann auf 100 erkrankte Frauen.

Als Risikofaktor für die Entwicklung eines Mammakarzinoms gelten unter anderem das Alter, ein frühes Einsetzen der Regelblutung, fehlendes Stillen. Bei etwa 5-10 Prozent spielen aber auch erbliche Faktoren eine Rolle – am bekanntesten ist eine Genveränderung, die als BRCA abgekürzt wird. Betroffene Frauen und oft auch ihre Töchter haben zugleich eine erhöhte Wahrscheinlichkeit auch noch Eierstockskrebs zu entwickeln, aber auch an ihre Söhne können sie eine Neigung zur Entwicklung verschiedener Krebsleiden vererben. Als weitere Risikofaktoren wurden fettreiche Ernährung, Adipositas, Alkohol- und Rauchen identifiziert.
Unsinn hingegen sind Behauptungen, Brustkrebs habe etwas mit zu engen BHs, aluminiumhaltigen Deodorants, Brustimplantaten oder auch Schwangerschaftsabbrüchen zu tun. Hierfür gibt es keine wissenschaftlich seriösen Untersuchungsergebnisse.

Therapie des Mammakarzinoms

Wie fast immer bei bösartigen Erkrankungen, so steht und fällt die Erfolgschance mit dem Stadium der Erkrankung: Hat der Krebs Metastasen gesetzt, ist er nahezu nie heilbar, handelt es sich nur um einen kleinen Knoten in der Brust ohne Streuung in Lymphknoten oder entfernte Organe, wird meist die Bedrohlichkeit gering sein. Stand der Technik ist aber heute, vor Beginn der Behandlung weitaus mehr über die individuelle Erkrankung festzustellen, als nur die Tatsache, dass tatsächlich Krebs vorliegt.

So wird man immer klären wollen, ob spezielle Gewebseigenschaften ein besonderes Vorgehen nahelegen. Denn nicht immer ist der Erfolg am größten, wenn sofort operiert wird. Bestimmte Konstellationen erfordern, vor der OP eine medikamentöse Behandlung zu machen: Meist wird es dann eine Kombination aus Chemotherapie mit modernen speziellen Antikörpern sein, die die Heilungsquoten verbessert. Auf die OP kann allerdings nach wie vor nicht verzichtet werden.

Die OP selbst kann heutzutage fast immer so gestaltet werden, dass eine Entfernung (Amputation) der Brustdrüse nicht erfolgen muss. Man nennt das dann "Brust erhaltende Therapie", abgekürzt BET. Praktisch immer wird dann aber im Anschluss dringend geraten, eine ergänzende Strahlentherapie zu machen, um die Rückfallquoten („Lokalrezidiv“ = erneuter Krebs in derselben Brust) zu minimieren - etwa eine von fünf Frauen mit BET ohne Bestrahlung erleiden einen Rückfall, der dann oft nur noch durch Amputation behandelt werden kann.

Die Mehrzahl der Brustkrebszellen ist durch hormonelle Maßnahmen im Wachstum zu hemmen. Das führt dazu, dass nach OP und Bestrahlung nicht selten eine ergänzende („adjuvante“) antihormonelle („endokrine“) Therapie empfohlen wird. Eine Einnahme von Tabletten über 5 oder sogar 10 Jahre vermindert das Rückfallrisiko.

Wenn eine Metastasierung festgestellt werden muss, liegt eine schlimme Situation vor. Mehr oder weniger für alle Krebsarten und auch für Brustkrebs gilt, dass ab diesem Zeitpunkt eine Heilung unwahrscheinlich wird. Im Gegensatz allerdings zu noch immer zu vielen anderen Krebsarten sieht man bei Brustkrebs in den letzten Jahren eine Entwicklung zum Besseren: immer mehr medikamentöse Konzepte erlauben lange und wenigstens über längere Zeitabschnitte schonende Behandlungen, die Brustkrebs zur chronischen Erkrankung machen können.

Angebote unserer Praxis für Patientinnen mit Brustkrebs

In der Regel werden die detaillierte Diagnostik und die Operation mit dem Ziel der Heilung im Krankenhaus durchgeführt. Die interdisziplinäre onkologische Konferenz („Tumorboard“), an der wir auch teilnehmen, klärt Bedrohlichkeit, Rückfallrisiko und Empfehlungen zu ergänzender („adjuvanter“) Chemotherapie, Bestrahlung, und zu antihormoneller Therapie und berücksichtigt individuelle Besonderheiten wie beispielsweise Begleiterkrankungen oder Medikamente.
Wenn das Rückfallrisiko erhöht ist, können wir eine ergänzende medikamentöse Behandlungen ambulant durchführen (ggf. auch vor der OP). Liegen Metastasen vor, können solche Therapien das Leben teils um Jahre verlängern und Symptome bessern. Das geht fast immer rein ambulant, aber die Zusammenarbeit mit dem Albertinen-Brustzentrum bleibt auch in der Langzeitbehandlung eng. Wir begleiten unsere Patientinnen auch, wenn die Behandlung von Schmerzen oder anderen durch den Krebs verursachten Symptomen das Ziel ist.

 

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