HÄMATOLOGISCH ONKOLOGISCHER SCHWERPUNKT
Dres. Müller-Hagen | Bertram | Kollegen

Welche Unterlagen wir brauchen

Wir vergeben nicht nur dann einen Sprechstunden-Ersttermin, wenn wir alle Unterlagen vollständig haben. Aber eine seriöse Beratung ist unmöglich, wenn wir uns keinen vollständigen Überblick verschaffen können. Vor allem, um die Dringlichkeit eines Termins abschätzen zu können, sind wir auf möglichst genaue Unterlagen angewiesen. Wenn wir auf Basis Ihrer Befunde tatsächlich vermuten müssten, dass Zeit für Ihre Behandlung ein kritischer Faktor ist, würden wir für Sie selbstverständlich kurzfristig einen Notfalltermin freimachen - wenn es sein muss, noch am selben Nachmittag. Wir fragen meist nach Überweisung, Auswertungen von Röntgenbildern, nach Facharztberichten, nach Analysen von Gewebsproben und nach vorangegangenen Behandlungen:

Überweisung an uns

Ihr Hausarzt / Hausärztin bleibt wichtig. Deswegen benötigen wir eine Überweisung von ihm / ihr. Wir sind verpflichtet, den Hausärzten Bericht zu erstatten. Wir sind keine Hausärzte, machen keine Hausbesuche und können und wollen Hausärzte nicht ersetzen.

Röntgenbilder beim Erstbesuch

Patienten, die zum ersten Mal kommen, sollten die Röntgenbilder, die sie haben, mitbringen. Inzwischen stellen die meisten Röntgeninstitute die Bilder auf einer CD als Datensatz zur Verfügung. Diese Bilder auf CD sind für uns  meistens lesbar - die Betrachtungs-Software wird immer besser normiert. Wenn Sie Ihre Bilder digital auf CD haben, bringen Sie sie unbedingt mit! Große unhandliche Papiertüten mit zusammengefassten hunderten Briefmarken-großer Bilder aus Computertomographie oder Kernspin sollten allmählich der Vergangenheit angehören.

Was wir nicht machen: Wir speichern keine Bilder. Für die Aufbewahrung sind Patienten selbst zuständig; in der Regel hat auch das anfertigende Röntgeninstitut ein digitales Archiv.

Röntgenbilder bei späteren Besuchen

Bereits bearbeitete Röntgenbilder brauchen nicht jedesmal mitgebracht zu werden. Wenn wir Patienten neu zum Röntgen schicken, möchten wir in der Regel die angefertigten Bilder sehen. Wenn alles normal ist, reicht meist ein sehr kurzer Blick. Normale Bilder sind leider selten, sind für den Patienten prima, aber für uns zum Glück langweilig. Auf krankhafte Ergebnisse kommt es viel mehr an; wir möchten sie verstehen und dafür müssen wir sie sehen. Häufig reichen wenige repräsentative Bilder aus einer Serie.

Wenn im Verlauf einer Behandlung neue Röntgenbilder angefertigt wurden, und wenn auf ihnen krankhafte Befunde zu sehen sind, können wir besser mit unseren Patienten darüber sprechen, indem wir uns repräsentative Ausschnitte der Bilderserien gemeinsam mit ihnen ansehen. Das ausführliche Gespräch wird nicht immer möglich sein, aber meist hilft es, sich über Ziele oder Gefahren gemeinsam klar zu werden, indem man gemeinsam auf die wichtigste Darstellung sieht. Wenn Patienten ihre Bilder nicht dabeihaben, fällt häufig das Gespräch abstrakter aus. Maßgeblich für die Interpretation bleibt übrigens, was der Spezialist, der Röntgenarzt, aufgeschrieben hat. Er hat gelernt, Bilder zu deuten.

Wir interpretieren die Deutung und können am besten einbeziehen, was wir zusätzlich über die Umstände der Bildentstehung wissen:

  • welche Therapien gegeben wurden,
  • welche Rolle ggf. weitere Erkrankungen spielen,
  • ob der Röntgenarzt den Befund defensiv formuliert und sich mit einer alarmierenden Deutung vielleicht ein wenig davor schützen will, später verklagt zu werden, er habe nicht auf etwas hingewiesen..
  • ob das Verhalten von Gewebsveränderungen im Bild anders zu erklären sein könnte, wenn man Umstände berücksichtigt, die der Röntgenarzt nicht kennt,
  • ob Vergleiche mit anderen Bildern aufgrund der Umstände (beispielsweise der Zeitabstände) überhaupt sinnvoll sind..

Röntgenbefund-Berichte

Wichtiger noch als die Bilder sind für Nicht-Röntgenärzte, wie wir es sind, die Auswertungen, also die Röntgen-Befundberichte. Die Berichte allein reichen meistens dann aus, wenn alles normal ist. Wenn nicht (was leider häufig ist), wird der Bericht erst dadurch gut interpretierbar, dass Auswertung und Bilder zugleich angesehen werden.

Gewebsproben-Befunde ("Histologie", "Histo")

Da es sich nun einmal häufig um die Frage "gutartig oder bösartig?" dreht, haben die Befundberichte vom Pathologen ein besonderes Gewicht. Aus ihnen geht hervor, ob ein Gewebe tatsächlich bösartig verändert war. Feingewebliche Ergebnisse sind fast immer die Grundvoraussetzung für eine Weiterbehandlung. Wenn Sie sie nicht als Kopie selbst haben, sind wir verpflichtet, sie vom Krankenhaus, vom Pathologen oder vom Hausarzt anzufordern. Im Grundsatz gilt nämlich die Regel: "keine Krebstherapie ohne feingeweblichen Beweis von Krebs".

Diese Berichte werden vor allem desewegen heutzutage immer wichtiger, weil längst über die reine Frage gut/böse hinaus Gewebseigenschaften teils auf molekularer Ebene analysiert werden, von deren Nachweis direkt abhängt, ob ein bestimmtes Medikament eine Chance hat zu wirken oder nicht.

Arztbriefe

Unter diesem Begriff fallen alle zusammenfassenden Berichte, sei es von niedergelassenen Fachärzten, sei es (öfter) als Entlassungsbericht aus dem Krankenhaus. Sie bilden eine wichtige Grundlage der Information.

OP-Berichte

Aus ihnen geht hervor, wie Operationen verlaufen sind, was genau operiert, was entfernt, was im Leib vom Operateur beobachtet wurde. Nicht selten hängen Entscheidungen über eine Weiterbehandlung davon ab, dass man OP-Bericht und Histologie kennt.

Protokolle von onkologischen Konferenzen

Wenn eine interdisziplinäre onkologische Konferenz (auch Tumorboard genannt) abgehalten worden ist, muss es ein Protokoll ngeben. Aus ihm müsste in besonders eindeutiger Weise und klar strukturiert hervorgehen, wie die onkologische Situation ist und vor allem, warum welche Maßnahmen empfohlen oder begonnen wurden. Nicht immer sind diese Protokolle im Zugriff von Hausärzten oder gar Betroffenen selbst. Wir würden sie ggf. in der jeweiligen Klinik anfordern.