HÄMATOLOGISCH ONKOLOGISCHER SCHWERPUNKT
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Krebstherapie in der Coronavirus (COVID-19) - Krise

(19.03.2017)  Corona-Pandemie Information für Patienten

Wann rufe ich den Arztruf Hamburg (116117)?

Wann rufe ich die Info-Hotline der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (040 / 428 284 000)?

Um für Sie den richtigen Ansprechpartner zu finden, beachten Sie bitte folgende Übersicht: 

Ich war in einem Risikogebiet und habe Erkältungssymptome.

Arztruf Hamburg 116117 / Hausarzt anrufen

Ich hatte direkten Kontakt mit einer nachgewiesen positiv getesteten Person und habe Erkältungssymptome.

Arztruf Hamburg 116117 / Hausarzt anrufen

Ich war in einem Risikogebiet und habe keine Symptome.

Freiwillige Quarantäne

Info-Hotline der BGV 040 / 428 284 000 anrufen

Ich war in den Alpenländern und habe keine Symptome.

Freiwillige Quarantäne

Info-Hotline der BGV 040 / 428 284 000 anrufen

Ich hatte direkten Kontakt mit einer nachgewiesen positiv getesteten Person und habe keine Symptome.

Freiwillige Quarantäne

Info-Hotline der BGV 040 / 428 284 000 anrufen

Ich gehöre zur vorstehenden Gruppe und arbeite in einer systemrelevanten Einrichtung.

Freiwillige Quarantäne

Testung nach vier Tagen über Arbeitgeber

Ich gehöre zu keiner dieser Gruppen.

Keine Testung!

Quelle: Eine Information der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg - www.kvhh.de

 

(17.03.2020) Die Covid19 - Krise zwingt auch unsere Praxis zu Einschränkungen in der Versorgung. Die meisten Krebstherapien sind aber Notfälle. Dafür müssen wir bereitstehen, trotz der Krise.

Im Grundsatz arbeiten wir weiter und konzentrieren uns auf unser Spezialgebiet. Wir arbeiten intensiv daran, dass uns die Behörden nicht stilllegen können, falls Kontakte mit Infizierten entstünden. Teile des Teams werden im Hintergrund gehalten. Vermehrt müssen Patienten, die bisher gewohnt sind, eine bestimmte und immer dieselbe Ansprechperson zu haben, damit rechnen, mit wechselnden Behandlern klarkommen zu müssen. Nur so werden wir Spezialisten in Reserve halten können. Einige Patienten werden daher bevorzugt telefonisch kontaktiert, und weniger dringliche Termine werden verschoben - und wir sind uns einig, dass es die gibt: so haben Nachsorgen natürlich ihren Sinn, aber im Moment müssen wir uns auf die Kränkeren konzentrieren.

Die Situation ändert sich täglich und wir handeln entsprechend. Vermutlich wird die telefonische Erreichbarkeit leiden. Wir tun unser Möglichstes, aber wir sind auf Ihr Verständnis angewiesen, falls es "ruckelt".

Wichtig: Unsere Patienten sollen möglichst ohne Begleitpersonen kommen. Jeder vermeidbare Kontakt zwischen Menschen muss vermieden werden. Wir sind definitiv keine Einrichtung, die sich mit allgemeiner Corona-Diagnostik beschäftigen kann. Wir sind nicht dafür da, Tests zu machen. Wer einen Termin hat und Fieber hat, muss vorher anrufen und damit rechnen, abgewiesen zu werden. Die Verantwortung, immungeschwächte Mitpatienten nicht zu infizieren oder die Praxis lahmzulegen, ist enorm!

(20.03.20) Das Albertinen-Krankenhaus hat eine massive Einschränkung seiner Zugänge verfügt. In die Praxis geht es nur noch über den bewachten Haupteingang. Das ist in Ordnung. Es führt aber dazu, dass unsere Patienten von uns am Einlass angemeldet werden und dass ihre Besuchsberechtigung einzeln geprüft wird. Angehörige dürfen nur in absoluten Ausnahmefällen noch mit.

(20.03.20) Details zur Zugangsregelung

Folgender Ablauf wird bis auf Weiteres den Patientenfluss in unserer Praxis regulieren:
 
Sie werden vor der geschlossenen Praxistüre in Empfang genommen (bitte achten Sie auf die Beschilderung!) und nach Ihrem Namen und Geburtsdatum gefragt. Bitte halten Sie Ihre Versichertenkarte bereit. Bitte sagen Sie uns, wenn Sie als Notfall in die Praxis bestellt wurden.
Wir unterteilen auch hier die Sprechstunden/Blutabnahme PatientInnen von den PatientInnen, die eine Therapie erhalten. Sie werden vom Praxispersonal an entsprechende Stelle gelotst.
Dann müssen Sie leider vor der Praxis auf den vorhandenen Stühlen warten, bis wir Sie in die Praxis holen. Bitte lassen Sie die Stühle in der vorgegebenen Position mit einem Mindestabstand von 1,5 m zu Ihrem Nebenmenschen. 
An der Praxistüre werden Sie von einem Mitarbeiter in Empfang genommen und auf die entsprechenden Räumlichkeiten verteilt. 
Bitte folgen Sie den Anweisungen des Praxispersonals und vermeiden Sie unnötigen Kontakt zu den Empfängen. 
Es werden nicht immer alle Ärzte in der Praxis sein. Das heißt, viele Gespräche werden telefonisch durchgeführt werden. Natürlich werden wir in Notfällen immer die Möglichkeit haben, Ihnen einen Arzt vorstellen zu können, aber es wird nicht immer Ihr behandelnder Arzt sein können. 
 
Bitte halten Sie unbedingt die bekannten Kontaktregeln ein. Die Pflege ist dem Risiko zu erkranken maximal ausgesetzt, da der Mindestabstand natürlich nicht gewährleistet ist. 
Bitte folgen Sie deshalb unbedingt den Anweisungen des Pflegepersonals.
 

Weitere Informationen

Unserer wissenschaftlichen Fachgesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie, verdanken wir die hier kopierte und leicht ergänzte Informationssammlung. Wir geben überwiegend den Stand vom 13.03.2020 wieder. Aktuellere Sachstände erhalten Sie über die unten genannten Internetadressen.

Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19)

Die Zahl der weltweit und der in Deutschland an dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 erkrankten Menschen steigt rasch. Mit Stand vom 12. März 2020 waren in Deutschland über 1.500 Erkrankungsfälle bestätigt [1, 2], am 17.03.20 waren es 7156 Fälle, entsprechend 1723 mehr als am Vortag, von je 100 000 Menschen 8,6 Erkrankte, und bislang insgesamt 12 Tote.

Viele Krebspatienten sind beunruhigt. Deshalb geben die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) und die Arbeitsgemeinschaft Infektionen in der Hämatologie und Onkologie (AGIHO) der DGHO Empfehlungen, basierend auf dem derzeitigen Stand des medizinischen Wissens. Wir mahnen Krebspatienten zur besonderen Achtsamkeit und zur Beachtung der Empfehlungen der Gesundheitsbehörden. Wir weisen aber auch daraufhin, dass die Angst vor einer Gefahr (wie einer Infektion mit dem Coronavirus) nicht die Bekämpfung einer existierenden Erkrankung (wie Krebs) beeinträchtigen darf.

Was ist COVID-19?

COVID-19 ist der Name einer neuen Infektionskrankheit. Er steht für Coronavirus Disease 2019. COVID-19 wurde im Dezember 2019 erstmals in China entdeckt. Der Erreger ist ein neues Coronavirus SARS-CoV-2, das strukturell mit dem Erreger von SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome) verwandt ist. Das Krankheitsbild entspricht dem einer Virusgrippe. Häufigste Krankheitszeichen sind Husten, Fieber, Auswurf und allgemeines Krankheitsgefühl. Bei vielen Infizierten verläuft die Infektion mit wenigen oder ohne Krankheitszeichen, sie kann aber auch zu einer Lungenentzündung führen. Zur Sicherung von COVID-19 ist der Virusnachweis aus einem Abstrich [Nase, Rachen] oder [weniger empfindlich] aus Sputum [Speichel] erforderlich. Der Krankheitsverlauf ist schwerwiegender bei älteren Patienten und bei Patienten mit vorbestehenden Krankheiten. Die Sterblichkeit lag bei den zuerst beschriebenen Patienten in Wuhan (China) bei 2%, insgesamt wird sie derzeit weltweit auf <1% geschätzt. Damit ähnelt COVID-19 einer besonders schweren Influenza-Grippe. - Kommentar: Sie werden vermutlich in der nächsten Zeit intensiv mit sehr unterschiedlichen und teils weit bedrohlicheren Zahlen konfrontiert werden. Hierin zeigt sich vor allem, dass den Wissenschaftlern noch eine Menge verlässlicher Daten fehlen. Das liegt insbesondere daran, dass in einigen Teilen der Welt sehr wenig getestet wird. Daher bestehen noch erhebliche Unsicherheiten, wie viele Menschen die Infektion mit SARS-CoV-2 (dem Virus) durchmachen, ohne an COVID-19 (der Atemwegserkrankung) zu leiden. So ist die Dunkelziffer schwer abzuschätzen.

Wer ist besonders gefährdet?

Es gibt bisher keine Berichte über eine erhöhte Erkrankungsrate bei Krebspatienten. Wir orientieren uns daher an den Erfahrungen mit anderen Virus-Infektionen der oberen Luftwege [3]. Besondere Risikogruppen sind Patienten mit einem geschwächten Immunsystem.

Dazu gehören:

  • bösartige Erkrankungen des Blutes und Knochenmarks und der Lymphknoten (Leukämie, Lymphom), Leukozytopenie (niedrige Zahl weißer Blutkörperchen)
  • niedrige Immunglobulinwerte
  • langdauernde Immunsuppression (Steroide [Prednison, Prednisolon, Dexamethason über längere Zeiträume], Antikörper [z. B. Rituximab, Obinutuzumab, ..])
  • allogene Stammzelltransplantation und andere zelluläre Therapien

Ein besonderes Risiko bei Virusinfektionen der oberen Luftwege sind Ko-Infektionen, also das zeitgleiche Auftreten mit Infektionen durch ganz andere Erreger. Vor allem Ko-Infektionen durch Bakterien und Pilze haben entscheidenden Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung. Patienten sollen mit ihren behandelnden Ärzten über das individuelle Risiko sprechen.

Worauf müssen Krebspatienten achten?

Die empfohlenen Schutzmaßnahmen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) gelten auch für Krebspatienten [4]. Das sind
Schützen: Hände desinfizieren, Distanz zu Personen mit Infekten halten, und als wirksamste Maßnahme die freiwillige Einschränkung sozialer Kontakte, z. B. in großen Menschenansammlungen
Erkennen: erste Krankheitszeichen wie Husten, Halskratzen, Schnupfen und Fieber beachten Handeln: telefonischer Arztkontakt bei Krankheitszeichen nach Rückkehr aus einem Risikogebiet
Die mittlere Inkubationszeit liegt bei 6-7 Tagen. Nach einer Quarantäne von 14 Tagen gilt eine Infektion als ausgeschlossen.

Sollen Krebstherapien verschoben werden?

Bei jeder Krebstherapie muss der Nutzen der Behandlung gegen den möglichen Schaden, d.h. Nebenwirkungen, abgewogen werden. Das individuelle Infektionsrisiko ist unterschiedlich, abhängig von den Lebensumständen und den persönlichen Kontakten. Bei den meisten, akut an Krebs erkrankten Patienten steht der Nutzen einer sinnvollen und geplanten Krebstherapie über dem Risiko einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus. Bei Patienten mit chronischer und gut beherrschter Krebskrankheit kann individuell über eine Therapieverschiebung entschieden werden. Kommentar: Es kann sein, dass wir bei adjuvanten (vorbeugenden) Chemotherapien unter Bedingungen der Krise im Gespräch feststellen, dass die Risiken derart wachsen, dass der Nutzen im Vergleich dazu nicht mehr hoch genug ist - auch wenn uns dazu wirklich verlässliche Fakten / harte Zahlen fehlen.

Sind Blutübertragungen gefährlich?

Bisher liegen keine Berichte über die Übertragung von COVID-19 durch Blutübertragungen vor. Personen mit Infektionen und Personen, die in den letzten 4 Wochen Kontakt zu jemandem mit einer ansteckenden Krankheit hatten, werden in Deutschland nicht zur Blutspende zugelassen. Der Arbeitskreis Blut des Robert- Koch-Institut sieht kein Risiko einer COVID-19-Infektikon durch Blutspenden. - Kommentar: Der Bedarf an Blutprodukten für unsere Patienten sinkt nicht und wir fordern Gesunde dazu auf, weiter oder jetzt erst recht zum Spenden zu gehen.

Weitere Informationen / verlässliche Internetseiten

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