HÄMATOLOGISCH ONKOLOGISCHER SCHWERPUNKT
Dres. Müller-Hagen | Bertram | Kollegen

Vorbeugen gegen Brustkrebs

Aufgabe einer onkologischen Schwerpunktpraxis ist zunächst die Versorgung bereits Erkrankter. Daher wird für unsere Patientinnen erst auf den zweiten Blick wichtig, was gesunde Frauen gegen das Entstehen von Brustkrebs vorbeugend tun können. Aber: Sollen nicht wenigstens Freundinnen und weibliche Familienangehörige eine optimale Chance haben, nicht auch noch an Brustkrebs zu erkranken?

Kaum zu beeinflussen

Was kaum zu beeinflussen ist, sind Risikofaktoren wie

  • frühe erste Regelblutung
  • spätes Eintreten der Wechseljahre
  • gehäuftes familiäres Auftreten von Bruskrebs

Individuell steuerbare Faktoren

Das Erkrankungsrisiko kann erhöht werden durch individuell steuerbare Faktoren; eine Hormontherapie ist einer davon;

  • eine mehrjährige Hormontherapie nach der Menopause steigert das Brustkrebsrisiko
  • eine kontinuierliche kombinierte Hormontherapie ist riskanter als eine zyklisch kombinierte
  • die am wenigsten riskante Hormontherapie ist die reine Östrogengabe
  • fünf Jahre nach Absetzen der Hormone ist das Risiko nicht mehr erhöht

Ein weiterer Faktor, der das Risiko deutlich nach oben treibt, ist mangelnde körperliche Aktivität.In derselben großen Untersuchung, aus der diese Erkenntnisse stammen, wurde der Einfluss von

  • Übergewicht und
  • Alkoholkonsum

untersucht. Sie fördern die Entwicklung von Brustkrebs zwar auch, aber im Vergleich viel weniger stark. Untersucht wurden in der MARIEplus Studie 3464 Frauen mit Brustkrebs. Ihre Daten wurden mit denen von 6657 gesunden Frauen verglichen. Die Erhebung fand im Raum Hamburg und Rhein-Neckar zwischen 2002 und 2005 statt. Also kann man hier sehr wohl davon ausgehen, dass es sich um Forschung handelt, die gültige und anwendbare Ergebnisse für Norddeutschland in den 2010er Jahren geliefert hat. Sehr ähnliche Ergebnisse zeigte eine Auswertung der sogenannten WHI-Studie (die US-amerikanische "Women´s Health initiative"), in der 16.500 Teilnehmerinnen begleitet, dokumentiert und ausgewertet wurden.

Wenn es irgend geht, verzichten Sie also auf Hormonersatztherapien und sorgen Sie für viel Bewegung.