HÄMATOLOGISCH ONKOLOGISCHER SCHWERPUNKT
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Kolonkarzinom – Dickdarmkrebs

Der Darmkrebs des Dickdarms ist in Deutschland sowohl bei Männern, wie auch bei Frauen, die zweithäufigste Krebserkrankung und tritt bei mehr als sechs Prozent aller Menschen im Verlauf ihres Lebens auf. Als kolorekale Karzinome werden bösartige Tumore des Colons oder des Enddarmes (Rectum) bezeichnet. Enddarmkrebs wird anders behandelt, so dass hier nur vom Kolonkarzinom die Rede sein soll.

Die Heilungschancen hängen vor allem vom Stadium der Krankheit ab und betragen, wenn operiert und möglicherweise zusätzlich mit Chemotherapie behandelt wird, 40 bis 60%. Im frühen Stadien ist die Quote 80% und besser, andererseits ist  der Darmkrebs dann praktisch symptomfrei und wird nur zufällig oder im Rahmen von Früherkennung gefunden. Und genau da liegt der große Wert der Vorsorgekoloskopie (Koloskopie = Darmspiegelung): Man kann mit ihr ein potentiell tödliches Leiden so früh finden, dass es leicht zu heilen ist, oder noch besser: man findet und entfernt Vorstufen und verhindert die Bildung eines Krebsgeschwürs ganz.

Risikofaktoren für den Darmkrebs – Entwicklung von Krebs aus noch gutartigen Polypen

Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken steigt mit dem fortschreitenden Alter. Dickdarmpolypen, die entscheidenden Krebsvorstufen, kommen dann häufiger vor. Eine genetische Veranlagung spielt bei der Entwicklung des kolorektalen Karzinoms für eine kleine Zahl Betroffener eine erhebliche Rolle. Aber auch die Ernährung kann die Entwicklung eines Darmkrebses begünstigen. Eine geringe Zufuhr an Ballaststoffen, übermäßig kalorienreiche Nahrungsaufnahme und übermäßiger Genuss an (rotem) Fleisch und Fett kann das Darmkrebs-Risiko erhöhen.

Eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der allermeisten Krebsgeschwüre im Dickdarm spielen Polypen, anfangs noch gutartige Geschwülste der obersten Schleimhautschicht, die über Jahre wachsen können und schließlich bösartig werden. Findet man sie zu einem Zeitpunkt, zu dem sie noch vor diesem Schritt stehen, reicht ein einfaches „Abkneifen“ im Rahmen einer Darmspiegelung – und Krebs wurde verhindert, bevor er noch entstand.

Ohne Symptome im Anfangsstadium

Darmkrebs wird häufig nicht so früh erkannt, wie man es sich wünschen würde, weil die Krankheit im Frühstadium praktisch symptomlos ist. Erst mit fortschreitender Krankheitsentwicklung kommt es zu Blut oder Schleim im Stuhl, zu Darmkrämpfen und zu Bleistift- oder Ziegenköttelstühlen. Durchfälle und Verstopfungen wechseln sich ab. Gewichtsverlust ist meist ein spätes Zeichen, das ein weit fortgeschrittenes Krankheitsstadium signalisiert.

Die Therapie des Kolonkarzinoms

Im frühen Stadium sind die Heilungschancen durch eine vollständige operative Entfernung des den Tumor tragenden Darmabschnittes hervorragend. Nicht immer sind große Schnitte am Bauch erforderlich, denn meist kann die minimal-invasive Chirurgie (Schlüssellochchirurgie) zum Einsatz kommen.

Entscheidender Behandlungsschritt ist immer die Operation. Der Chirurg wird in einem standardisierten Vorgehen den befallenen Darmanteil herausnehmen. Die OP wird so geplant, dass auch möglicherweise befallene Lymphknoten mit entfernt werden. Das führt zu wichtigen Erkenntnissen: So wird nicht nur die Tumorgröße in der Darmwand exakt bestimmt, sondern man erhält zusätzliche Informationen darüber, wie aggressiv das jeweilige Karzinom ist. Besteht ein Lymphknotenbefall, ist der als Zeichen für erhöhte Aggressivität zu werten, also als Neigung, noch weiter in andere Organe zu streuen und die dann zu zerstören („Fernmetastasen“ zu setzen) – also das zu tun, was Krebs lebensbedrohlich macht. Durch die Gewebsanalyse der Lymphknoten können diejenigen Betroffenen erkannt werden, die durch zusätzliche Chemotherapie ihre Heilungschancen steigern können.

Wenn leider schon eine Metastasierung festgestellt werden muss, liegt eine schlimme Situation vor. Mehr oder weniger für alle Krebsarten gilt, dass ab diesem Zeitpunkt eine Heilung unwahrscheinlich wird. Man muss im Einzelfall überlegen, wie damit umzugehen ist. Nicht selten kommt man zur Entscheidung, die Krebsmetastasen mit Hilfe von Medikamenten (Chemotherapie, Antikörper, Immuntherapie) – oder auch durch Strahlentherapie oder Operationen zu bekämpfen, um Leiden zu lindern und natürlich, um Lebenszeit zu gewinnen.

Besonderheit beim Kolonkarzinom: Eine Streuung in die Leber oder Lunge sollte genau diagnostiziert und in einigen Fällen aggressiv durch Operation, möglicherweise in Kombination mit Chemotherapie, angegangen werden – es kann sich lohnen, denn anders als üblich sagen uns die Statistiken zu solchen Metastasen beim Kolonkarzinom, dass rund ein Drittel der so Betroffenen dann doch noch geheilt werden können.

Angebote unserer Praxis für Patienten mit Kolonkarzinom

In der Regel werden die detaillierte Diagnostik und die Operation mit dem Ziel der Heilung im Krankenhaus durchgeführt. Die interdisziplinäre onkologische Konferenz („Tumorboard“), an der wir auch teilnehmen, klärt Bedrohlichkeit, Rückfallrisiko und Empfehlungen zu ergänzender („adjuvanter“) Chemotherapie und berücksichtigt individuelle Besonderheiten wie beispielsweise Begleiterkrankungen oder Medikamente.
Wenn das Rückfallrisiko erhöht ist, können wir die Patienten beraten und eine ergänzende Chemotherapie ambulant durchführen. Liegen Metastasen vor, können medikamentöse Therapien das Leben teils beträchtlich verlängern und Symptome bessern. Das können wir fast immer ambulant anbieten. Wir begleiten unsere Patienten auch, wenn die Behandlung von Schmerzen oder anderen durch den Krebs verursachten Symptomen das Ziel ist.

 

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