HÄMATOLOGISCH ONKOLOGISCHER SCHWERPUNKT
Dres. Müller-Hagen | Bertram | Graefe | Kollegen

Pflegefortbildung - was konzeptionell dahinter steht

Natürlich können wir nur dann unsere Patienten gut versorgen, wenn im sich ständig weiter entwickelnden Fachgebiet alle Mitarbeiter "auf Stand bleiben". Qualität zu fordern ist das Eine - sie zu ermöglichen das Andere. Stichworte zum Konzept unserer Veranstaltungsreihe:

Teilnehmerkreis und Ziele

Uns geht es darum, eine hochqualifizierte kontinuierliche Fortbildung einmal je Quartal an einem Mittwochabend für die Mitarbeiterinnen der onkologischen Praxen der Metropolregion Hamburg sicher zu stellen. Selbstverständlich ist eine solche Fortbildungsreihe, die in Kooperation mit der Albertinen-Gruppe stattfindet, offen für die in den dortigen Einrichtungen Pflegenden. Unser Eindruck ist nach wie vor, dass Fortbildungen dieser Qualität als Serie auch in denjenigen Krankenhäusern, die spezialisierte onkologisch oder hämatologisch ausgerichtete Abteilungen haben, nicht vergleichbar angeboten wird. Gerne haben wir die Veranstaltung auch für Pflegende aus solchen Institutionen geöffnet.

Es wird nicht nur Fortbildung formal gefordert im Rahmen der sogenannten Onkologievereinbarung zwischen Kassenärztlicher Vereinigung, Krankenkassen und hochspezialisierten Praxen, sondern sie ist schlicht und einfach schon aus sich heraus nötig. Nur wer sich auskennt, macht seine Arbeit gut, und, viel wichtiger noch: wer sich auskennt, hat auch mehr Freude daran. Selbstverständlich möchten wir zusätzlich ein Forum für den kollegialen Austausch bieten. Pflege in der Onkologie ist ein spezielles Feld und der "Blick über den Tellerrand" der eigenen Institution ist wertvoll.

Historie

Bis 2005 gab es nach unserer Kenntnis nur in der Onkologie Lerchenfeld mit dem "Onko-Pflegetreff" im Großraum Hamburg eine in etwa vergleichbare Fortbildungsreihe, die das Team um Dr. Andreas Mohr seit Jahren mit wachsender Nachfrage organisiert hatten und die an ihre Kapazitätsgrenzen stieß - und die Ende 2016 leider eingestellt wurde. Beginnend im Oktober 2005 haben wir dann ergänzend unsere Fortbildungsreihe aufgebaut; sie wurde bei der Hamburgischen Ärztekammer akkreditiert und sie wird von der Qualitätssicherung der Kassenärtzlichen Vereinigung Hamburg anerkannt, wenn geprüft wird, ob ein Praxisinhaber die Formalvoraussetzungen erfüllt für die Teilnahme an der Onkologie-Vereinbarung. Nach unserer Kenntnis gibt es inzwischen im Raum Hamburg sonst noch nur Einzelveranstaltungen, die in der Regel durch pharmazeutische Firmen angestoßen werden.

Konzept - thematisch

Wir stellen pro Veranstaltung überwiegend Tumorerkrankung (oder wenige sehr eng verwandte) in den Mittelpunkt. Der Anspruch ist, dass die Kenntnisse über die Erkrankung erheblich vertieft werden, von Epidemiologie über Symptomatik oder Diagnostik bis Therapie, Nachsorge, Palliation. Ausdrücklich haben wir Themen anderer Art uns bisher seltener gesucht oder sie als "Sonderveranstaltung" zusätzlich ins Programm genommen (z.B. Tumorwunden).  Onkologie kann komplex sein und bloß weil die Zielgruppe nicht Ärzte sind, darf es nicht flach werden. Das Niveau ist also durchaus hoch und mancher Arzt würde einiges lernen können. Da kommen Kaplan Meier-Plots selbstverständlich vor und selbstverständlich die eine oder andere Statistik - unnötige Vereinfachungen sind nicht erwünscht.

Konzept - organisatorisch

Ort ist das Albertinen-Krankenhaus, dort einer der Vortragsräume im Bereich der Kirche. Dauer ist eine volle Zeitstunde für den Vortrag, Überziehen ist erlaubt. Danach ist Zeit für Fragen und Diskussion eingeplant. Termin ist grundsätzlich ein Mittwoch pro Quartal, abgestimmt mit den Kollegen vom Lerchenfeld, Kongressen, Ferien etc.. Beginn ist 19:00h.

Referenten: Es sind in der Regel Ärzte, die wir bitten zu referieren. Wir konnten bisher immer ausgewiesene Fachleute gewinnen, von denen wir wissen, dass sie nicht nur Chef- oder Oberarztniveau mitbringen, sondern vor allen Dingen, dass sie auch Spaß am Vortragen haben.

Evaluation: Zu Recht ist eine Auswertung nach dem Vortrag von der Kammer gefordert. Wir verteilen Fragebögen und koppeln mit den Referenten rück. Auch für uns als Veranstalter sind die Hinweise wichtig. Bitte mitmachen, ankreuzen und abgeben...

Konzept - didaktisch

Standard ist der mündliche Vortrag - wenn man so will, die Vorlesung. Üblich ist die Unterstützung durch powerpoint - Laptop und Beamer stehen zur Verfügung. Damit besteht natürlich auch die technische Option, andere digitale Medien einzusetzen. 

Bisher - und das mag nach wie vor typisch sein für die Mehrzahl der Veranstaltungen dieser Art - ist nicht regelhaft vorgesehen, den Teilnehmern Material zur Verfügung zu stellen.

Sponsoring und potentielle Interessenkonflikte

Wir haben uns in der Vergangenheit um ein fallweise Industriesponsoring bemüht, das die Kosten deckt, das eine Reisekostenerstattung und ein Honorar für den Referenten zur Anerkennung ermöglicht, und das für ein Zusammenstehen in lockerer Runde im Anschluss bei einem Häppchen und etwas zu Trinken reicht. Das machen wir nach wie vor so. Meistens gibt es in der Behandlung des besprochenen Malignoms die eine oder andere umsatzstarke Medikation, nicht selten auch als patentgeschütztes Produkt ohne Alternative in der jeweiligen Indikation. Deren Hersteller sind es, die wir in der Regel fragen. 

Darüber hinaus ist ungeschriebenes Gesetz, dass nie Produktbezeichnungen fallen, sondern immer Wirkstoffnamen und dass sich die Referenten wo immer möglich auf Wirkstoffgruppen und nicht auf Einzelpräparate beziehen. Prinzipiell kann aber mit einer solchen Verknüpfung eine Interessenkollision verbunden sein, auch wenn in den vergangenen Jahren nie ein konkreter Verdacht bestanden hat. Es ist mehr eine Frage grundsätzlicher Einstellungen - jedenfalls schöpfen wir die Möglichkeiten des Sponsoring nicht aus.

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