
Von Mucositis sprechen wir, wenn eine Entzündung von Schleimhäuten vorliegt. Besonders beeinträchtigend können diese sein, wenn sie in der Schleimhaut des Mundes auftreten; prinzipiell kann es aber auch andere Schleimhäute betreffen, wie die der Speisröhre, des Darmes, der Blase, der harnröhre, des Afters, der Scheide. Es kann eine leichte Mucositis geben mit vermehrter Empfindlichkeit ohne wesentliche Einschränkungen, sie kann sich aber bis zu schweren blutenden "Löchern" mit starken Schmerzen steigern. Zum Glück kommt dies aber nur äußerst selten vor und ist eher typisch für sehr harte Therapien, die man nicht in der ambulanten Praxis gibt. Zu den Geschwüren kommt es dadurch, dass die gesunden Zellen der Mundschleimhaut durch die Chemotherapie abgetötet werden, weil sie auch zu den schnell wachsenden Geweben gehören, die meist durch Zellgifte besonders getroffen werden.
Letztlich muss man warten, bis sich die Schleimhaut regeneriert. Diesen Prozess können wir bisher nicht grundsätzlich beschleunigen, auch wenn hieran gearbeitet wird und Medikamente entwickelt werden, die als "stimulierende Faktoren" vielleicht eines Tages gezielt Schleimhautzellen dazu bringen, schneller zu wachsen. Ob diese Medikamente bezahlbar sein werden, es also der von Kassenärzten geforderten wirtschaftlichen Verordnungsweise entsprechen kann, sie zu Lasten der Kasse ("auf Rezept") zu verordnen, muss man abwarten. Bisher sieht dies nicht so aus und die Möglichkeit einer Verordnung ist extrem eingeschränkt.
Es müssen also die Patienten selbst die Verantwortung dafür übernehmen, dass in ihrem Mund möglichst gute Bedingungen für eine Regeneration der Schleimhaut geschaffen werden. Die Prinzipien sind:
-> lieber vorübergehend Schmerzmittel anwenden, dafür aber essen können, als hungern aus Angst vor Medikamenten! Gewichtsverlust schwächt die Abwehr!
Letzte Änderung: 21.08.2011