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Tumor, Krebs, Leukämie, Lymphom, Sarkom – Begriffsklärungen

Eine spezialisierte Einrichtung wie unsere beschäftigt sich nahezu ausschließlich mit den Problemen, die sich hinter diesen Begriffen verbergen. Wenn Sie oder jemand Ihnen nahe stehendes betroffen sein sollten, werden Sie früher oder später genauer wissen wollen, was es damit auf sich hat. Die folgenden Erläuterungen wollen keine Bücher ersetzen, aber vielleicht ermöglichen sie eine Orientierung.
 

 Tumor          Streng genommen ist ein Tumor nichts anderes als eine Gewebsschwellung. Mit diesem Begriff ist noch nicht gesagt, dass es sich um ein bösartiges Leiden handelt. Eine Beule, die durch einen Bluterguss nach einer Bagatellverletzung entsteht, ist auch ein Tumor.
Immer wieder ist es aber die Unterscheidung zwischen "gut" und "böse", um die sich unsere diagnostischen Überlegungen drehen.
 
 Bösartiges
 Wachstum
  Damit wird das Phänomen bezeichnet, dass (aus meist nicht bekannten und auch nicht erkennbaren Gründen) Gewebszellen auf die normalerweise einprogrammierten Bremssignale nicht mehr reagieren und unkontrolliert wuchern.

Krebs ist eigentlich deswegen so gefährlich, weil die entstehenden Krebsknoten mit Blut oder Lymphflüssigkeit Tochtergeschwülste im Körper verteilen können. Es bilden sich weitere Knoten, die weitere Organe beeinträchtigen oder zerstören können. Das Gemeine an "Krebs" ist also, dass die unkontrollierten Wucherungen an fast beliebigen Stellen im Körper Funktionsstörungen und Schäden hervorrufen können. Meist gehen die Störungen gar nicht vom ursprünglichen Krebs am Ort seiner Entstehung aus, sondern es sind die Metastasen, die Absiedlungen (auch "Tochtergeschwülste" genannt), welche Organfunktionen verschlechtern oder Schmerzen verursachen.

In der Medizin wird ein bösartiges Leiden immer nach der feingeweblichen Typisierung bezeichnet und nach dem Entstehungsgewebe. Das gilt auch noch, wenn die Metastasen beschrieben werden. Tauchen also bei einer Frau Absiedlungen eines Brustkrebses in Knochen auf, so handelt es sich immer noch um Brustkrebs, nicht um "Knochenkrebs"

 
 Krebs           Bösartiges Gewebe, das die Ärzte "Krebs" nennen (im Unterschied zu anderen Typen bösartiger Gewebe - siehe unten) entsteht immer in Organen, die eine entwicklungsgeschichtliche Nähe zu Drüsen haben. Beispiel: Drüsenzellen in den Bronchien entarten zu Lungenkrebs.

In Frühstadien kann Krebs nahezu immer durch operative Eingriffe so vollständig entfernt werden, dass man von Heilung sprechen kann. Häufig sind z. B. Dickdarmkrebs, Lungenkrebs, Brustdrüsenkrebs, Prostatakrebs.

 

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Der Volksmund ist weniger genau und spricht von "Krebs", wenn irgendein Typ bösartigen Gewebes gemeint ist.

Welche Gewebstypen noch unterschieden werden - hier eine Kurzübersicht:

 Leukämie   Als Leukämie werden bösartige Erkrankungen, ausgehend von Blut bildenden Zellen, bezeichnet, die (eigentlich immer völlig verteilt) im gesamten Knochenmark zu finden sind und die zumeist auch im Blut nachgewiesen werden können. Hier vermehren sich Zellen des Blut bildenden Systems unkontrolliert. Dadurch, dass die reguläre Blutbildung zerstört werden kann, sind diese Erkrankungen häufig lebensbedrohlich. Weil sie von vornherein verteilt auftreten, sind Operationen unsinnig.
 
 Lymphom   Auch Lymphzellen können entarten – die Erkrankungen werden dann als „Malignes Lymphom“ bezeichnet. Häufig sind sie auf die Lymphdrüsen beschränkt, manchmal beeinträchtigen sie die Blutbildung und haben eine enge Verwandtschaft zu Leukämien. Auch hier ist das Operieren meist ohne Nutzen, außer um an die Diagnose zu gelangen. Viele Lymphome lassen sich aber deutlich erfolgreicher mit Medikamenten behandeln, als ähnlich ausgebreitete Krebserkrankungen.

Lymphome können sich außerordentlich unterschiedlich verhalten: Es gibt darunter Erkrankungen, die chronisch verlaufen, kaum spürbar und sehr wenig gefährlich sind - und am anderen Ende des Spektrums sehr aggressive und wenn unbehandelt rasch tödliche Formen. Das allgemein bekannteste Maligne Lymphom ist die sog. Hodgkin´sche Erkrankung, die übrigens in über 80% der Fälle durch moderne Chemotherapie geheilt wird. Häufiger sind jedoch andere Arten von Lymphomen, die - weil sie eben nicht "Hodgkin" sind - als sogenannte "Non-Hodgkin-Lymphome" (abgekürzt "NHL") zusammengefasst werden. Uns ist wichtig, dass, wenn Sie im Internet oder anderweitig Informationen suchen, sehr genau auf diese Unterscheidung achten. Ein paar Details zu Lymphomen finden Sie [->hier]

 
 Sarkom        Nicht von Drüsen, nicht von Lymphzellen, nicht von Blutzellen, sondern von Muskel- oder Bindegewebszellen oder vergleichbaren Geweben ausgehend, können sich seltene bösartige Erkrankungen bilden, die sich wieder ein wenig anders verhalten und auch etwas anders behandelt werden müssen als Leukämien oder Lymphome - eher wie Krebs: operative Maßnahmen haben eine besondere Wichtigkeit. Diese Gruppe wird als Sarkom bezeichnet.
 

Letzte Änderung: 24.03.08

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