HÄMATOLOGISCH ONKOLOGISCHER SCHWERPUNKT
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Unsere Position zu IGEL-Leistungen

Leider ist rein prinzipiell der Schritt vom Angebot einer sinnvollen und in ihrem Nutzen bewiesenen Maßnahme nicht weit zur Vermarktung von suspekten, nutzlosen oder abstrusen Dingen. Besonders schwerwiegend wäre dies in Zusammenhang mit den immer prinzipiell lebensbedrohlichen bösartigen Erkrankungen, um die wir uns im hämatologisch-onkologischen Schwerpunkt kümmern.

Angenommen, wir böten einem Krebspatienten IGEL-Leistungen an – könnte er ohne Angst vor Nachteilen ablehnen? Oder müsste nicht ein Krebspatient, wenn er sich entscheidet, nicht zu kaufen, was ihm sein Doktor rät, fürchten, dass er nun kürzer oder schlechter zu leben hat? Solche Konflikte dürfen nicht entstehen. Aus diesem Grunde haben wir uns dagegen entschieden, in nennenswertem Ausmaß Leistungen anzubieten, die nicht von den Krankenkassen getragen werden.

Indirekt ist damit auch gesagt, dass nach unserer Auffassung derzeit immer noch recht weitgehend durch die Gesetzliche Krankenkasse das finanziert wird, was sinnvoll ist.

Wir scheuen uns andererseits nicht, im Einzelfall zu begründen und zu beraten, wenn von uns für angebracht gehaltene Maßnahmen nur gegen private Bezahlung erhältlich sind. Sie würden allerdings feststellen, dass es sich dann praktisch ausschließlich um Maßnahmen handelt, mit deren Erbringung wir keinerlei wirtschaftliche Verflechtungen hätten.

Medikamente, die nicht bezahlt werden

Konkret könnte dies (außer Vorsorgediagnostik) am ehesten Medikamente betreffen, deren Verschreibung zu Lasten der Gesetzlichen Krankenkasse uns die Regeln verbieten. Da wir keine Apotheker sind, hätten wir aber in so einem Falle kein unmittelbares wirtschaftliches Interesse daran. Wir sehen aufgrund der ständigen Versuche der Politik (Bundesgesundheitsministerium), die Arzneiausgaben zu drosseln, in Zukunft vermehrt Konflikte im Bereich Arzneimittel auf uns zukommen. Das betrifft zwar auch das Geld der Versicherten, hat aber mit IGEL nichts zu tun.

Nur selten werden von den gesetzlichen Kassen gerade die ganz hochpreisigen Krebsmedikamente nicht bezahlt. Manchmal erleben wir geradezu eine "verkehrte Welt": Da würden wir Substanzen auf Rezept verschreiben dürfen, die viele Tausend Euro kosten, mit in unseren Augen wenig Nutzen - aber zugleich wird uns eine endlose Bürokratie beispielsweise um vergleichsweise preiswerte Schmerzmittel aufgezwungen. Wir können aber (zumindest jetzt noch) feststellen, dass wir nur in sehr seltenen Ausnahmefällen Kassenpatienten raten müssen, große Summen eigenen Geldes in die Hand zu nehmen, um Medikamente zu zahlen, die von der Kasse nicht getragen werden. - Vgl. auch Info zum Thema "off label use" in diesem Webauftritt.

Nachweis des Nutzens

Der wichtigste Maßstab bleibt für uns, dass die in Frage stehende Vorgehensweise den Nachweis des Nutzens erbracht haben muss. Der Anspruch an uns selbst ist dabei, in unserer Beratung sehr transparent und unmissverständlich zu sein - um so mehr, wenn es um sehr teure Medikamente geht. So manche im Umfeld der Krebsbehandlung andernorts befürwortete Selbstzahlerleistung aus dem Bereich der Komplementärmedizin ist unseres Erachtens nicht gut genug erforscht, um von uns sicher empfohlen werden zu können. Das bedeutet, dass wir selber sie nicht anbieten, also keine IGEL-Leistung draus machen.

Hierzu gehören insbesondere Infusionen mit hochdosierten Vitaminen. Mit der Theorie über die Nützlichkeit von Antioxidantien wird andernorts richtig Geld gemacht. Wir sehen einen Mangel an Beweisen bis hin zu Gefahren.

Trotzdem sprechen wir gerne mit unseren Patienten, wenn sie überlegen, sich nicht-schulmedizinischen Maßnahmen zu unterziehen. Wir möchten eine Chance haben, Situationen zu erkennen, in denen sich solche Maßnahmen nicht mit unseren Therapien vertragen würden. Wir erleben in der Beratung auch immer wieder, dass wir unsere Patienten vor eindeutig sinnlosen Ausgaben schützen können. Gelegentlich werden Vorschläge gemacht, die wir für medizinisch gefährlich halten. Auch da möchten wir warnen können.

Mehr dazu in diesem Webauftritt [-> hier] über Alternativ- und Komplementärmedizin

Letzte Änderung: 01.07.10

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