
[Home] [Nach oben] [Hospizliste]
|
|
Hospiz und ambulante Palliativpflege |
|
|
Patienten mit fortgeschrittenen bösartigen Leiden, manchmal auch ihre Angehörigen oder Freunde, machen sich häufig Gedanken, wie es denn werden soll, wenn der Tod näher rückt. Das ist sicher kein Thema, über das man gerne oder leicht spricht. Aber es gehört dazu. Und nicht für alle Betroffenen kommt es so, dass sie betreut im Familienkreis zu Haus die letzten Tage oder Wochen verbringen können - auch wenn dies dank professioneller ambulanter Palliativpflege häufiger organisiert werden kann, als man denkt. Krankenhäuser sind meist keine gute Hilfe, denn sie sind grundsätzlich eher Einrichtungen mit der Aufgabe, aktive Eingriffe zwecks Heilung oder Besserung vorzunehmen. Hier kann ein Hospiz möglicherweise die passende Alternative sein. |
Meist versuchen wir bei einer kritischen Verschlechterung des Zustandes im ersten Schritt, - und immer unter Einbeziehung des Hausarztes!- zu klären, ob eine ambulante pflegerische Versorgung zu Haus möglich ist. Man kann dieses Ziel nicht allen Erkrankten so vorgeben, aber meist zeigt ein intensives Gespräch, dass die vertrauten vier Wände der Ort sind, in denen sie am liebsten bleiben würden.
Einen besonderen Stellenwert nimmt die Betreuung durch spezialisierte Pflegende zu Haus ein. Sie kann häufig bewirken, dass eine Einweisung in Krankenhaus oder Hospiz oder Palliativstation ganz unnötig ist. Wir haben dabei die Erfahrung gemacht, dass die Mehrzahl der "üblichen" ambulanten Altenpflegedienste nicht in der Lage sind (und aufgrund ihrer Ausbildung und dann auch der Vergütung ihrer dafür nicht gedachten Leistungsangebote auch gar nicht in der Lage sein können), auf die speziellen Belange schwerstkranker oder demnächst sterbender Patienten einzugehen. Anders ist dies bei Palliativpflegediensten. Wir kooperieren besonders eng mit dem Palliativ- und Pflegedienst Goldbach.
Eine 2009 neu ins Leben gerufene und auf der Basis schon länger gültiger Bundesgesetze von den Krankenkassen auch finanzierte Möglichkeit besteht in der Palliativversorgung zu Haus. Diese Arbeit mit einem multiprofessionellen Team (schließt ein: Pflegende, Ärzte, Physiotherapie, Psychologe, spirituelle Begleitung u.a.) zu organisieren und zu leisten, ist fachlich anspruchsvoll und wird nur von hoch spezialisierten Gruppen in einer von den Kostenträgern akzeptierten Qualität angeboten. Im räumlichen Umfeld unserer Praxis ist das Team PalliativPartner Hamburg tätig, in dem wir (Dres. Müller-Hagen, Horstmeyer, (Dollmann)) mitarbeiten. Zu dessen Homepage geht es [hier]
[->Seitenbeginn]
Ein Blick auf den Wortursprung vorneweg: "pallium" ist lateinisch für "Mantel". Wie eine schützende Hülle sollen die Maßnahmen der Palliativmedizin den Kranken umgeben.
Palliativstationen sind spezielle ärztlich geleitete Krankenhauseinrichtungen. Grob gesagt, ist im Gegensatz zu "normalen" Krankenhausstationen ihr Ziel nicht mehr, den Patienten gesund zu machen. Vielmehr geht es darum, mit Hilfe aktiver Maßnahmen den Zustand eines todkranken Patienten für ihn erträglich zu gestalten, ohne das Ziel einer Lebensverlängerung. Das kann beispielsweise bedeuten, eine Schmerztherapie zu optimieren. Auf Palliativstationen sterben manche Patienten - dies ist bitter, aber liegt in der Natur der entsprechenden Erkrankungen in ihren Endstadien. Prinzipiell ist aber eine Palliativstation nicht von vornherein eine "Sterbestation". Es kann nämlich genauso gelingen, eine Stabilisierung zu erreichen, die erlaubt, den Patienten zu verlegen und weiter in einem Hospiz oder zu Haus zu betreuen.
Vorsicht Begriffsverwirrung Palliativmedizin palliative Therapie Bereich der Medizin, in dem es vorrangig um Linderung von Beschwerden ohne Bekämpfen der Ursache und Begleitung im Sterbeprozess geht Begriff aus der Onkologie, der das erwartete Ziel einer Tumortherapie kennzeichnet: Jede Maßnahme, bei der nicht von einer Heilung ausgegangen werden kann, wird als "palliativ" gekennzeichnet. Das hat nichts mit dem Sterbeprozess zu tun.
[->Seitenbeginn]
Was ist ein Hospiz?
Das Wort „Hospiz“ steht im weitesten Sinne für eine Bewegung und Idee. Im engeren Sinne versteht man darunter die stationäre Verwirklichung der Hospizidee in einem „freistehenden“ Gebäude mit eigener Infrastruktur. Sie sind keine Krankenhäuser und keine Pflegeheime. Hospize sind meist pflegerisch geleitet und machen es sich zur Aufgabe, Menschen in der letzten Phase einer unheilbaren Erkrankung zu unterstützen und zu pflegen, damit sie in dieser Zeit so bewusst und zufrieden wie möglich leben können.
Falls man sich entscheiden sollte, die letzte Phase zu Hause zu verbringen, ist es auch möglich, nur für eine kurze Zeit in einem Hospiz zu wohnen, um die pflegenden Angehörige zu entlasten.
Das Hospizkonzept
Der Anspruch der MitarbeiterInnen, Fürsprecher der Leidenden zu sein, bedeutet, dass Krankheiten mit Worten erklärt werden, die diese verstehen können, und dass man die Behandlung mit ihnen abspricht. Die Bewahrung der Würde der Person und der Kontrolle über ihr Leben sind weitere wichtige Bausteine des Konzeptes. Den Patienten nicht alleine zu lassen, nicht im Stich zu lassen, wenn „nichts mehr gemacht werden kann“ und wenn der letzte Weg bevorsteht, sich nicht wieder dazu verleiten zu lassen, doch noch etwas zu machen, sondern sich hinzusetzen und die gemeinsame Ohnmacht zuzulassen, sind Merkmale hospizlicher Fürsorge.
Historisch wird die Hospizbewegung heute eher als Fortentwicklung einer in den 70er Jahren aufgekommenen Gegenbewegung gegen eine als entmenschlicht empfundene und als "Gerätemedizin" bewertete Medizin betrachtet. Die Wurzeln heutiger Hospize in der mittelalterlichen Einrichtung des Gäste- und Siechenhauses (Hospiz) zu suchen, erscheint dagegen etwas mühsam.
[->Seitenbeginn]
Ambulanter Besuchsdienst
Der Hospizgedanke braucht nicht unbedingt an ein Gebäude geknüpft zu sein. Eine andere Art der Realisierung ist die ambulante Hospizpflege. Hier arbeiten neben Pflegenden auch sorgfältig ausgebildete ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um eine intensive häusliche Betreuung mit Entlastung der pflegenden Angehörigen zu ermöglichen. Realisiert hat das beispielsweise die evangelisch-reformierte Kirche in Hamburg mit dem Besuchsdienst (Ehrenamtliche, speziell geschulte MitarbeiterInnen).
Welche Einrichtungen gibt es?
Wir haben eine Reihe von Einrichtungen herausgesucht, die sich eher in unserem Einzugsgebiet befinden bzw. mit denen wir enger kooperieren bzw. an deren Arbeit wir beteiligt sind (PalliativPartner Hamburg). Details finden Sie zu den einzelnen Einrichtungen auf unserer Gesamtliste [hier]
• PalliativPartner Hamburg - spezielle ambulante Palliativversorgung [hier] • Goldbach PalliativPflegeTeam [hier] • CHARON Beratung [hier]
• Hamburger Hospiz im Helenenstift [hier] • Hospiz Sinus [hier] • Palliativeinheit in der Klinik für Innere Medizin im Albertinen-Krankenhaus
• Kinder-Hospiz Sternenbrücke
• Fontiva Hospiz Elmshorn • Ambulanter Hospiz- und Besuchsdienst der Evangelisch-reformierten Kirche in Hamburg
[->Seitenbeginn]
Mehr Informationen
Sie können die Broschüre "Hospizführer Hamburg", aus der wir eine Reihe von Dingen für diese Internetseite entnommen haben, bestellen, z.B wenn Sie mehr über ambulante Hospizpflegedienste, Hospize oder Palliativstationen, wissen wollen, oder falls Sie Fragen haben zu Finanzierung und Kostenübernahme. Fordern Sie sich die Broschüre kostenlos an bei:
Pressereferat der Behörde für Soziales und Familie
Hamburger Strasse 47
22083 Hamburg
E-Mail: pressestelle@bsf.hamburg.de
Außerdem ist sie bei allen Orts- und Bezirksämtern erhältlich
Es gibt einen recht gut lesbare Informationsbroschüre zur Palliativmedizin von der Deutschen Krebshilfe aus der Serie "Die blauen Ratgeber" (Nr. 57) mit dem Titel "Palliativmedizin". Wir haben ihn in der Regel in der Praxis vorrätig zur kostenlosen Weitergabe an Interessierte [gegen eine Spende an die Deutsche Krebshilfe: Die Ratgeberreihe ist so konzipiert, dass sie hierdurch mitfinanziert wird]. Oder Sie fordern sie direkt an bei der Deutschen Krebshilfe, Thomas-Mann Straße 40; 5311 Bonn
Hinweis:
Die Informationen zu den einzelnen Einrichtungen beruhen auf deren eigenen Angaben; es handelt sich um Selbstdarstellungen der Projekte. Wir übernehmen keine Garantie auf die jeweiligen Inhalte.
[->Seitenbeginn] [Impressum]
Text: Sr. Carmen Christophersen, Dr. Mathias Bertram
Letzte Änderung: 07.11.11