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Von Fieber sprechen wir, wenn die Körpertemperatur bei mehrfachen Messungen 38,3 Grad übersteigt oder bei einer Messung 38,5 Grad erreicht. Darunter handelt es sich um "erhöhte Temperatur".
| Patienten, die Chemotherapie erhalten, müssen ein funktionsfähiges Thermometer im Haushalt haben. | Die Messmethode, die Hand auf die Stirn zu legen, ist
zwar beliebt, aber sie reicht wirklich nicht! (.. und, Hand aufs Herz: eigentlich wissen Sie das. Aber funktioniert Ihr Thermometer?) |
Es ist nicht gesagt, dass das Fieber im Einzelfall gefährlich ist. Fieber ist häufig ein körperliches Anzeichen dafür, dass eine Infektion vorliegt. Was man sich klar machen muss: Wenn Fieber in einer Situation auftritt, in der der Körper besonders abwehrgeschwächt ist, ist es gefährlicher, als wenn eine normale Reaktionsbereitschaft erwartet werden darf. Chemotherapie bedeutet keineswegs, dass zu jeder Zeit alle Patienten mit allen Chemotherapien in gleicher Weise eine Abwehrschwäche haben.
Die wichtigste Abwehrleistung gegen Bakterien und Pilze wird durch bestimmte weiße Blutkörperchen gewährleistet. Besonders, wenn die Chemotherapie deren Zahl hinunterdrückt, steigt die Gefährdung. Wenn man weiß, dass die Zeit mit niedrigen Zahlen weißer Blutkörperchen lange anhalten wird, ist die Gefahr logischer Weise größer, als wenn man erwarten darf, dass in ein paar Tagen die Abwehrleistung weitgehend normal sein wird. Bei vielen Chemotherapien besteht eine Phase mit verminderten Zahlen weißer Blutkörperchen etwa in der Mitte zwischen den Gaben der Chemotherapie.
Das heißt:
Im Falle von Fieber brauchen unsere Patienten eine
individuelle Beratung und Einschätzung der Situation, die davon abhängt, welche
Erkrankung vorliegt, in welchem Stadium, welche Chemotherapie gegeben wurde, wie
lange das her ist, welche begleitende Medikation gegeben wurde und welche
begleitenden Risiken bestehen.
| Wenn Sie bei uns Chemotherapie erhalten und Fieber bekommen.. | .. müssen wir das wissen. Auch und gerade nachts oder am Wochenende! |
| Chemotherapie und Fieber kann bedeuten.. | .. dass wir dringend dazu raten müssen, eine antibiotische Behandlung zu beginnen, eventuell sogar stationär! |
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| Wenn bei Chemotherapie Durchfall +/- Erbrechen und Fieber zusammen auftreten.. | .. darf man das nicht auf sich beruhen lassen. Flüssigkeitsverluste durch Durchfall / Erbrechen können für sich bereits ein Problem sein. Wenn dann noch Austrocknung durch Fieber das Problem verstärkt, ist nicht selten eine stationäre Behandlung wichtig und es ist extrem leichtsinnig, die Situation nicht ernst zu nehmen. |
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Ein Sonderfall besteht, wenn Sie Chemotherapie erhalten, und zugleich Schmerzmittel einnehmen, die in der Lage sind, Fieber zu unterdrücken. Wir versuchen zwar, diese Konstellation bei unseren Patienten zu vermeiden, aber manchmal ist leider keine Ausweichmöglichkeit gegeben.
| Novaminsulfon ("Nova") = Metamizol
und Paracetamol und Aspirin weniger: Diclofenac, Ibuprofen nicht: Transtec, MST, Durogesic, Tramadol, Sevredol |
haben als Schmerzmittel ihren Wert, und unterdrücken aber (teils hochgradig! So ist Paracetamol das typische "Fieberzäpfchen" für Kinder) die Ausbildung von Fieber. |
Fieber bei Chemotherapie ist ein sehr wichtiges Warnzeichen für eine Infektion. Man kann kaum am Fieber sterben, wohl aber an einer nicht erkannten und nicht behandelten schweren Infektion. Wenn also Schmerzmittel verhindern, dass sich ein sinnvolles Warnzeichen bildet und dass wir es wahrnehmen können, könnte eine notwendige Antibiotikabehandlung möglicherweise unterbleiben.
| Wenn Sie unter Chemotherapie Fieber verhindernde Schmerzmittel einnehmen müssen und "sich nicht fühlen".. | .. darf man das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Man muss ggf. klären, ob sich dahinter in der Phase des Zelltiefs eine durch Schmerzmittel verschleierte Infektion verbirgt. |
| Das kann bedeuten: | Man muss zunächst herausbekommen, ob tatsächlich ein Zelltief besteht (ob also "die Leukos runter sind"). Entweder kann man das abschätzen, weil klar ist, wie auf die spezielle Chemotherapie im Einzelfall reagiert wird. Oder ein Zelltief ist möglich oder sogar als wahrscheinlich anzunehmen - dann geht es nicht ohne eine konkrete aktuelle Messung des sogenannten Blutbildes. Auch nachts oder am Wochenende, auch wenn wir Sie dafür auffordern müssen in die Klinik zu fahren! |
Letzte Änderung: 01.07.10
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