HÄMATOLOGISCH ONKOLOGISCHER SCHWERPUNKT
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 Alternative und komplementäre Medizin bei bösartigen Erkrankungen

„Was kann ich selber tun?“ „Ich will mich nicht nur voll Chemie pumpen“ „Mein Immunsystem soll unterstützt werden“ - Regelmäßig denken Erkrankte und häufig auch Angehörige über Optionen neben oder statt "Chemie" nach. Funktioniert alternative Vorbeugung gegen Krebs? Helfen komplementäre Maßnahmen, eine Chemotherapie besser zu überstehen? Wären bestimmte alternative Methoden eigentlich viel besser gegen Krebs wirksam als die Produkte der Pharmaindustrie, die der Doktor verschreibt?

 

 

 

Diesen Text habe ich in der Ich-Form geschrieben, weil er Meinungen und Wertungen enthält. Das ist unvermeidlich, weil es allzu häufig keine klaren Fakten gibt, obwohl ich die viel lieber vermitteln würde. Meine Grundeinstellung ist: Ein Arzt soll seinen Patienten zu so genannten alternativen oder komplementären [damit es nicht zu schwierig wird, setze ich diese Begriffe hier gleich] Methoden nur dann raten, wenn sie nicht schaden. Und es muss zumindest ernst zu nehmende Hinweise dafür geben, dass sie überhaupt nützen. Auch sollte der wahrscheinliche Nutzen in einem vernünftigen Verhältnis zu den Kosten stehen.
Wenn ich nur weiß, dass etwas vermutlich nicht schadet, werde ich davon
zwar meist nicht abraten, aber auch nicht zuraten. Nutzen und Sicherheit müssen bewiesen sein, und es gibt vernünftige naturwissenschaftliche Regeln, wie man das machen kann. Natürlich habe ich nichts dagegen, dass Patienten an alternative Medizin manchmal einfach glauben und ich erlebe, dass sie dann von Beweisen oder Gegenbeweisen gar nichts wissen wollen. Glaubensfragen sind nichts, worüber man streiten sollte, und Glauben kann viel positive Kraft freisetzen. Allerdings würde ich gern eine Chance erhalten, wo ich sie nötig finde, Warnungen zu erklären

 Häufig? Häufig!

Gerade, wenn eine neutrale Person und nicht der Schulmediziner selbst seine Patienten befragt, sagen bis zu 80% onkologischer Patienten, dass sie ergänzend unterschiedlichste Methoden anwenden bzw. Substanzen einnehmen. Häufig handelt es sich dabei um Stoffe, die als Nahrungsergänzungsmittel vermarktet werden, selten um zugelassene  Medikamente. Es ist längst ein Vielhundertmillionenmarkt, auf dem sich unterschiedlich seriöse Anbieter tummeln.  

 Glauben oder wissen?

Sofort sind wir bei der Frage, wie Informationen über Wirkung und Sicherheit entstehen, denen man vertrauen darf. Hierzu gibt es eine klare Rangfolge von Erkenntnis: am wenigsten sicher ist die Gerüchteküche tatsächlicher oder vermeintlicher Anwender. Gerade im Zeitalter des Internet können Sie sich auf keinen Fall darauf verlassen, dass positive Wertungen echt sind und dass negative nicht unterdrückt wurden. Schauen Sie immer auf das Impressum einer Seite, wenn allzu positive Wirkungen versprochen werden. Sie können nicht selten erkennen, dass ein Vertrieb, ein Geschäft dahinter steckt.
Schwierig wird es, wenn statistische Auswertungen von Beobachtungen vorgenommen werden, aber unklar bleibt, ob die Anforderungen an ordentliche Biostatistik eingehalten wurden. Mehr Vertrauen verdienen Untersuchungen, deren Methodik auf demselben Niveau ist, wie in der Schulmedizin. Inakzeptabel ist die Idee aus der alternativen Szene, dass, weil es sich nun einmal um alternative Methoden handele, die Ansprüche an Beweiskraft von Untersuchungen geringer sein müssten als in der Schulmedizin. Also: kritisch bleiben! Meist führt das übrigens zur traurigen Erkenntnis, dass es wenig vertrauenswürdige Daten zu den jeweiligen Stoffen gibt.

 Cui bono? - Wem nützt es?

Wer hat einen Nutzen davon, dass zu komplementärer Medizin zu wenig gute Daten existieren? Dass kaum große, aussagekräftige und biostatistisch saubere Untersuchungen gemacht werden? Nicht selten findet man in Blogs im Internet die Idee, es sei gerade ein Zeichen für Ehrlichkeit der Underdogs der alternativen Szene, wenn sie mit der Macht der Pharmakonzerne nicht mithalten könnten, die nämlich aus ihren gewaltigen Marketingetats viel leichter Studien finanzieren.
 
Diese klassische Frage nach Motiven muss man in Wirklichkeit andersherum stellen: Genau diese alternative Anbieterszene lebt prächtig, wenn Zigtausende von Konsumenten aus Angst, etwas zu verpassen, Millionen Euro für Murks ausgeben. Viel besser für diese unsauberen Anbieter, sie nehmen die Profite mit, bevor die Nutzlosigkeit ihres Zeugs herauskommt. Das Nachsehen haben übrigens die Kranken, denn die für sie tatsächlich nützlichen unter den alternativen / komplementären Verfahren werden viel weniger gefördert, als sie es verdient hätten.

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 Entstehung der Liste

Sie finden unten eine alphabetische Liste (gestaltet als Sammlung von Hyperlinks auf Unterseiten) über „alternative“ Methoden und Substanzen, zu denen ich Stichworte gesammelt habe. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und geplant ist, sie in unregelmäßigen Abständen zu ergänzen. Ich versuche, zu allen wesentlichen Behauptungen eine Fachliteratur als Quelle zu nennen. Dieser Prozess ist keine objektive Auswahl; sie beruht auf meiner Einschätzung der Seriosität der Quelle bzw. der Kolleginnen und Kollegen, die sich damit intensiver als ich es kann auseinandergesetzt haben, und die die zitierten Erkenntnisse auf Fortbildungen oder in Fachartikeln vermittelt haben. Eine gewisse Subjektivität kann ich also überhaupt nie vermeiden.

 Spezialsprechstunde in der Universitätsklinik

Eine komplementärmedizinische Beratung am Hubertus Wald Tumorzentrum des UCCH (Universitäres cancer center Hamburg) in der Universitätsklinik Eppendorf (UKE) kann im Einzelfall weiterhelfen. Als Kooperationspartner möchten wir auf diese Möglichkeit aufmerksam machen [hier]

 Aufbau der Einträge

Primärprophylaxe: Zu einigen Substanzen gibt es Aussagen zur vorbeugenden Anwendung durch Gesunde. Die Frage ist manchmal: Schütze ich mich vor der Entstehung einer Krebserkrankung durch Nutzung eines Präparates oder einer Methode
Anti-Tumor-Wirkung
: Es gibt alternative Methoden, für die mit der Behauptung Propaganda gemacht wird, sie könnten besser oder sanfter als schulmedizinische Maßnahmen gegen bösartige Erkrankungen wirken.
Supportive Wirkung:
Manche Methoden werden unter dem Aspekt der „Unterstützung schulmedizinischer Maßnahmen“, speziell in Zusammenhang mit Chemotherapie angepriesen. Für diese Fälle ist der Anspruch nicht, besser als Chemo zu sein, aber besser als "die Chemie" die Nebenwirkungen zu unterdrücken. 
Vorsicht
: Teils gibt es ernst zu nehmende Erkenntnisse zu Gefährdungen. Sie hängen eng mit der Wirkung zusammen: Wenn eine komplementäre Behandlung die Nebenwirkungen von Chemotherapie abschwächt, muss geklärt sein, dass sie nicht zugleich die Wirkung mit abschwächt. 
Wechselwirkungen:
Manchmal muss mindestens bedacht werden, dass Stoffe (auch und gerade, wenn sie pflanzlichen Ursprungs sind oder irgendwie als „natürlich“ wahrgenommen werden) mit anderen Stoffen, auch mit Medikamenten, Wechselwirkungen haben.
Bemerkung:
Gelegentlich ist mir wichtig, allgemeine Anmerkungen zu bestimmten Stichworten zu machen, auch wenn es sich nicht um eine Methode im engeren Sinne handelt, die einen Kommentar verträgt.

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 Kommentierte Medikamente, Substanzen, Verfahren

Akupunktur [-> hier]
Algen-Präparate [-> hier]

Antioxidantien

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Bach-Blüten

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Carnitin

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Curcurmin (Curry)

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Flavonoide

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Genistein

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Glutamin

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Grüner Tee

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Honig

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Isothiozyanate ITC (Brokkoli, Kreuzblütler)

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Mistel

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Omega-3-Fettsäuren

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Quercetin

[-> hier]
Unsterblichkeitskraut Jiaogulan [-> hier]
Vitamine C,E [-> hier]

Weihrauch (Boswellia)

[-> hier]

Letzte Änderung: 12.04.11

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